FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Viele Vorschusslorbeeren

Montag 9. August 2010

Konkurrenz stempelt den FV Ingersheim zum Meisterschaftsfavoriten

Als Mitfavorit geht der FV Ingersheim in die neue Saison. „Wir wollen uns festigen und verbessern“, sagt Trainer Thilo Koch, der mit dem Team im Vorjahr als Aufsteiger Dritter wurde.


Als der Ingersheimer Spielleiter Thomas Fischer beim Staffeltag in Backnang erschien, kam prompt sein Schwäbisch Haller Amtskollege Axel Maas auf ihn zu und gratulierte ihm vorab zur Meisterschaft. Und im Kreis der Clubverantwortlichen fiel ebenfalls immer wieder der Name „FV Ingersheim“, wenn es um den Titelfavoriten ging. Es muss also etwas dran sein an der Mannschaft, dass sie mit solchen Vorschusslorbeeren bedacht wird. „Wir fühlen uns geschmeichelt, aber so leicht wird das Ganze nicht“, sagt Trainer Thilo Koch. Für ihn ist das nur Vorgeplänkel, denn er weiß, dass die Wahrheit einzig und allein auf dem Platz liegt.
Mit ihren starken Leistungen im Spieljahr 2009/2010 haben die Ingersheimer gleichwohl ein Ausrufezeichen gesetzt. Als Neuling belegte die Fischerwörth-Elf auf Anhieb Platz drei in der Abschlusstabelle und stellte zugleich das beste Auswärtsteam des Klassements. Da sich mittlerweile der Tura Untermünkheim und der TSV Münchingen in die Verbandsliga verabschiedet haben, wäre nun als Nächster eigentlich der FVI an der Reihe. In diese Richtung deuten auch Kochs Aussagen. „Wir wollen keinen Rückschritt machen, sondern uns festigen und verbessern“, sagt der 47-jährige Coach und gibt einen Einblick in die Gemütslage seiner Kicker: „Die Mannschaft ist heiß. Sie war nicht ganz zufrieden mit der vergangenen Saison, sie will mehr.“ Und mehr wäre eben der erste oder der zweite Platz, auch wenn es der Club vermieden hat, den Aufstieg explizit als Saisonziel zu nennen
Die Ingersheimer Macher haben ihren ohnehin gutklassigen Kader noch einmal verstärkt. Vor allem mit der Verpflichtung von Fabian Dietz vom FSV 08 Bissingen ist dem Verein ein Transfercoup gelungen. „Er ist ein Hochkaräter und ein fast kompletter Spieler – brutal schnell und vor dem Tor super“, schwärmt Trainer Koch von dem Stürmer.
Auch der vom FV Löchgau gekommene Wagas Malik könnte auf Anhieb in die Stammelf rutschen, etwa als Ersatz für Meric Aytug. Der bisherige Kapitän soll in dieser Saison als Spielertrainer die zweite Mannschaft in die Kreisliga A führen. Er hinterlässt nicht nur sportlich im linken Mittelfeld eine Lücke, sondern wird dem Team auch als Leitwolf fehlen. „Menschlich und von seinen Führungsqualitäten her ist Meric schwer eins zu eins zu ersetzen“, sagt Koch, der nun Spieler wie Jörn Pribyl, Marco Völlm und Haiko Eggert verstärkt in die Pflicht nehmen möchte. Ohnehin als Führungsspieler vorgesehen sind Abwehrchef Michael Schunger, Defensivstratege Daniel Schick und Spielgestalter Björn Rothkopf, den Koch zum neuen Spielführer bestimmt hat. Sie bilden zugleich das Grundgerüst der Mannschaft.
Als weitere Topverstärkung gilt Christian Polziehn. Der bisherige Marbacher ist in der Defensive vielseitig einsetzbar. Gute Ansätze zeigte in der Vorbereitung auch Thomas Lauritsen. Dem aus der Jugend aufgerückten Stürmer bescheinigt Koch viel Potenzial. Gerade in der Offensive hat der Übungsleiter die Qual der Wahl. Mit Dietz sowie den letztjährigen Knipsern Philipp Sturm (15 Saisontore) und Fabio Giunta (12) stehen drei überdurchschnittliche Angreifer im Aufgebot.
Spannend ist der Zweikampf zwischen den Pfosten: Philipp Bürkle und Neuzugang Tobias Staiger streiten um den Torhüter-Job. „Der Konkurrenzdruck ist groß. Keiner kann sich zurücklehnen“, stellt Koch fest. Mit WFV-Stützpunktcoach und A-Lizenz-Inhaber Bernd Pflüger hat er zudem einen neuen Assistenten an der Seite, der ihm viel Arbeit abnimmt und gerade in der Trainingsgestaltung neue Impulse gibt.
Auch an der Spielweise soll sich etwas ändern. „Wir wollen noch dominanter auftreten und das Spiel machen, egal ob auswärts oder daheim“, sagt Koch, der von seinen Kickern gerade in den Partien zu Hause gegenüber 2009/2010 eine bessere Bilanz erwartet. Der Rundenstart soll diesmal ebenfalls besser gelingen. Vor einem Jahr hatte Ingersheim unmittelbar nach dem Aufstieg noch große Eingewöhnungsprobleme in der neuen Liga. Koch: „Es ist wichtig, gleich ins richtige Fahrwasser zu kommen.“

Unser Tipp
Mehr Leistungsdichte
Ingersheim hat eine eingespielte Mannschaft, die sinnvoll ergänzt wurde. Die Zugänge versprechen eine größere Leistungsdichte. Glückt diesmal der Saisonstart, hat der FVI gute Titelchancen.

Aus dem Sonderheft „Fußball lokal“ der Bietigheimer Zeitung. Dieses gibt es bei der Geschäftsstelle der Bietigheimer Zeitung, Kronenbergstraße 10, für einen Euro zu kaufen.