FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Trainer Fahrion fehlen die Worte

Donnerstag 28. Juli 2011

Der FV Ingersheim kassiert im WFV-Pokal eine bittere 1:5-Pleite gegen Schwäbisch Hall.
Im ersten Pflichtspiel der Fußball-Saison 2011/2012 hat der Landesligist FV Ingersheim im WFV-Pokal gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall eine herbe 1:5 (0:5)-Schlappe hinnehmen müssen.

Ohne Durchschlagskraft: Der Ingersheimer Denis Grätz (Mitte)
nimmt es mit den Hallern Redouane Bouidia (hinten)
und Siegfried Waldbüßer auf.

Foto: Avanti/Ralf Poller
Das von Samstag vorverlegte Spiel in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs sollte die erste wirkliche Prüfung für das rundum erneuerte Team des FV Ingersheim werden. Sie ging kräftig in die Hose: Die Sportfreunde aus Schwäbisch Hall setzten sich souverän mit 5:1 durch. Bereits zur Pause führte der Landesliga-Meister der Vorsaison mit 5:0.

Die Gäste, die als klarer Favorit in die Partie gegangen waren, waren schnell bemüht, das Spiel unter Kontrolle zu bekommen. Das gelang eindrucksvoll. Bereits nach fünf Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Nach einem langen Ball auf dem Flügel sah FVI-Schlussmann Tobias Staiger beim Herauslaufen nicht gut aus, und Arthur Reiswich vollstreckte ungehindert zur Haller 1:0-Führung.

Nach diesem frühen Gegentor wirkte die junge Ingersheimer Mannschaft stark verunsichert. Auch das zweite Tor der Haller in der zehnten Minute war einem Fehler der Ingersheimer Hintermannschaft geschuldet. Michael Schungers Rückgabe zum eigenen Torwart fing der aufmerksame Serdal Kocak ab. Er umkurvte den Keeper und erhöhte auf 2:0.

Das Team von Trainer Tim Fahrion tat sich schwer im Spiel nach vorne. Dass die Ingersheimer durchaus zu gutem Angriffsspiel in der Lage sind, bewiesen die Roten erstmals in der 20. Minute: Nach einer schönen Kombination im Mittelfeld verhinderte nur die Fahne des Linienrichters, der auf Abseits entschied, den Anschlusstreffer.

Besser machten es zehn Minuten später erneut die Schwäbisch Haller. Reiswich trug sich nach einer flachen Hereingabe zum zweiten Mal in die Torschützenliste ein. „Die erste Halbzeit war pure Ohnmacht“, gab der konsternierte FVI-Coach Fahrion nach dem Spiel zu Protokoll. Doch mit dem dritten Tor innerhalb der ersten 30 Minuten sollte das Leiden des Trainers noch nicht zu Ende sein.

Noch zwei weitere Male versenkte der bereits zuvor erfolgreiche Kocak die Kugel bis zur Pause im Ingersheimer Tor. Bei beiden Gegentreffern zeigten sich erneut Schwächen in der Hintermannschaft des Landesligisten, die nach den häufigen Ballverlusten zu statisch agierte. Auch ein Lattentreffer von Sebastian Rief kurz konnte die magere erste Halbzeit der Gastgeber nicht schönen. Fahrion fand nach dem Spiel keine Erklärung für die schwache Leistung seiner Elf im ersten Spielabschnitt: „Nach der ersten Halbzeit haben mir sogar in der Kabine die Worte gefehlt.“

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Ingersheimer engagierter. Die Zweikämpfe wurden aggressiver geführt, und der Ball lief besser durch die eigenen Reihen. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff wurde Thomas Lauritsen mit dem einzigen Treffer für den Gastgeber belohnt. Aus gut 20 Meter fasste sich der Stürmer ein Herz. Der leicht abgefälschte Ball schlug unhaltbar an der Unterkante der Latte zum 1:5 ein. Nach dem Tor plätscherte das Spiel mehr oder weniger dahin. Die Ingersheimer waren zwar weiter bemüht, wirkliche Chancen sprangen jedoch nicht mehr heraus.

Fahrion zog nach dem Abpfiff ein ernüchterndes Fazit: „Eigentlich war ich mit der Vorbereitung ganz zufrieden. Nach dem Spiel heute mache ich mir allerdings ernste Sorgen.“ Immerhin bleibt der Trost, dass man dem höherklassigen Gegner zumindest 45 Minuten lang auf Augenhöhe begegnet ist.
MICHAEL BOSCH