FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Rote Welle im Landesliga-Aufsteigerduell

Montag 30. November 2009

 FV Ingersheim spielt gegen die TSG Öhringen nur 1:1 – Drei Feldverweise sorgen für Zündstoff
Obwohl die Fußballer des FV Ingersheim 35 Minuten mit zwei Mann in Überzahl waren, holten sie im Landesliga-Aufsteigerduell gegen Öhringen nur ein 1:1. Dreimal zückte Schiedsrichter Sascha Wirth Rot. 
  

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Meric Aytug (links) und der FV Ingersheim waren eine gute halbe Stunde mit zwei Spielern mehr auf dem Platz. Ein Sieg sprang dennoch nicht heraus. Foto: Avanti


Heiß ging es gestern im Ingersheimer Sportzentrum Fischerwörth her. Grund für die hitzigen Diskussionen nach dem Spiel waren drei Rote Karten, die Schiedsrichter Sascha Wirth in der zweiten Halbzeit gezeigt hatte. Gleich zwei Öhringer erwischte es in der 56. Minute. Sünder eins war Abwehrchef Edwin Mayer, der sich nahe der Torauslinie von Denis Grätz den Ball abluchsen ließ und den Richtung Tor davoneilenden Ingersheimer danach nur mit einem Tritt in die Beine stoppen konnte, was Wirth als grobes Foulspiel wertete und mit Rot ahndete – eine harte Entscheidung. Besonders zornig über diese Hinausstellung war Anton Deibert. Er beleidigte den Regelhüter wüst und flog dafür ebenfalls vom Platz. In der Nachspielzeit sah schließlich auch Alexander Wagner wegen einer Beleidigung eines Gegenspielers die Rote Karte – obwohl er gar nichts gesagt habe, wie der FVI-Innenverteidiger nach dem Duell beteuerte. „Das war eigentlich ein sehr, sehr faires Spiel, doch durch das Doppel-Rot kam Hektik auf. Der Schiri hat das Spiel selbst verpfiffen“, erklärte der Ingersheimer Trainer Thilo Koch.

Fußball wurde zeitweise auch noch gespielt. Der Abstiegskandidat aus Öhringen fügte sich keineswegs in die Opferrolle, sondern spielte munter mit. In der 18. Minute ging Ingersheim mit der ersten Torchance in Führung: Björn Rothkopf setzte mit einem öffnenden Pass Denis Grätz in Szene, und der schoss den Ball aus vollem Lauf zum 1:0 ins Eck. Zehn Minuten später fiel der Ausgleich: Denis Sailer überwand FVI-Schlussmann Philipp Bürkle mit einer abgefälschten Bogenlampe. Glück hatten die Gastgeber zudem, als Bürkle einen 32-Meter-Freistoßknaller von Mayer zwischen den Händen durchschlüpfen ließ, der Ball aber neben dem Pfosten ins Toraus flutschte.

Unmittelbar nach der Pause traf Philipp Sturm mit einem Kopfball nur die Oberkante des TSG-Tors. Nach den beiden Feldverweisen für Mayer und Anton Deibert verbarrikadierten sich die Öhringer in der eigenen Spielhälfte und verteidigten leidenschaftlich das Unentschieden. Der FVI berannte zwar permanent das gegnerische Gehäuse, doch die vielen Flanken fanden im Strafraum der Hohenloher keine Abnehmer. Die beste Chance zum 2:1 hatte Ingersheim in der 80. Minute, als Sturm aus sieben Metern freistehend an Andreas Hank scheiterte und Joker Marcel Weiß den Nachschuss über die Latte setzte. „Die Öhringer haben sich in jeden Schuss geworfen. Das Tor war wie vernagelt“, bedauerte Koch und sprach von zwei verlorenen Punkten. Mit dem Schiedsrichter und den Roten Karten haderten die Gäste. „Durch die Platzverweise ist das Spiel aus dem Ruder gelaufen. Danach war es kein Fußballspiel mehr, und wir haben uns hinten reinstellen müssen“, klagte TSG-Abteilungschef Gerhard Uhlmann.

Statistik

FV Ingersheim: Bürkle – Völlm, Eggert, Wagner, Madzaris (62. Weiß) – Pribyl – Grätz (77. Sedlmaier), Rothkopf, Aytug – Giunta, Sturm.

TSG Öhringen: Hank – Victor Deibert, Mayer, Wolf, Anton Deibert – Denis Sailer (74. Steigauf), Jochen Sailer, Geist, Ahmic (89. Sebastian Herrmann) – Sauermann (67. Schäfer), Elli.

Tore: 1:0 (18.) Grätz, 1:1 (28.) Denis Sailer.

Besondere Vorkommnisse: Rote Karten für Mayer, Anton Deibert (56./beide Öhringen) und Wagner (92./Ingersheim).

Schiedsrichter: Sascha Wirth (Neuenstein); Zuschauer: 120.
Redaktion: ANDREAS EBERLE/© Druck- und Verlagsgesellschaft Bietigheim mbH