FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Prickelndes Prestigeduell

Samstag 26. November 2011

(BZ)
Landesliga-Lokalrivalen SV Hellas und Ingersheim messen sich am Sonntag
Das Nachbarschaftsduell zwischen Hellas Bietigheim und dem FV Ingersheim steht im Mittelpunkt des 18. Spieltags der Fußball-Landesliga. Die Spieler sind heiß auf das Derby, die Trainer gehen dagegen gelassen mit der Situation um.

Es knistert: Der Ingersheimer Denis Grätz (links) und Hellas-Torjäger Adriano Aniello sind heiß auf das Landesliga-Lokalderby am Sonntag. Foto: Avanti


„Das Hinspiel ist immer noch ein Thema unter den Spielern. Von der 1:3-Niederlage sprechen sie noch heute“ – Konstantinos Choudiakis, der Trainer des SV Hellas Bietigheim, weiß, dass seine Mannschaft auf das Derby am Sonntag (14.30 Uhr) gegen den FV Ingersheim hinfiebert und die Rechnung aus der Vorrunde unbedingt begleichen will. Zumal der Aufsteiger nach dem 0:3 bei der SG Sonnenhof Großaspach II in der Tabelle an Boden verloren hat. Um vorne dranzubleiben, ist im vorletzten Spiel des Jahres ein Sieg nötig.

Auf Choudiakis selbst ist der Derby-Funke allerdings nicht übergesprungen. „Mehr als drei Punkte gibt es auch in diesem Spiel nicht. Ich baue da keine große Spannung auf und sehe das nicht so eng – vielleicht auch, weil ich mich in der Region nicht so gut auskenne“, sagt der in Stuttgart lebende Hellas-Coach. Bis auf die verletzten Torleute Andreas Kummer und Sahin Özel kann er am Sonntag aus dem Vollen schöpfen: Torjäger Benjamin Rehm hat seine Krankheit auskuriert und steht ebenfalls wieder zur Verfügung wie Kapitän Muhamed Bajrami, den zuletzt ein dicker Knöchel ausgebremst hat.

Pünktlich zum Prestigeduell sind auch bei Ingersheim alle Spieler wieder einsatzbereit. Am Mittwoch konnte der neue Übungsleiter Marcus Wenninger 23 Akteure im Training begrüßen. Auch der 39-Jährige zeigt sich vor der Partie gelassen: „Bei mir kommen keine Derbygefühle auf. In der Landesliga ist doch in jeder Woche ein Derby. Ich will da keine große Emotionen schüren.“

Wenninger hat mit einem 3:0-Heimsieg gegen den FSV Friedrichshaller SV eine gelungene Premiere auf der Ingersheimer Trainerbank gefeiert. „Da haben wir schon erstaunlich viel umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Man hat auch gesehen, dass Potenzial vorhanden ist“, sagt Wenninger, der sein Team in der Winterpause dennoch auf zwei bis drei Positionen verstärken will.

Interessant wird sein, wo im Sportpark Ellental das Spiel stattfindet – auf dem natürlichen Rasen oder auf dem Kunstrasen, wo der SV Hellas seine Heimbegegnungen gewöhnlich austrägt. Die Stadt jedenfalls hat den Rasenplatz sowohl für das Bezirksliga-Duell am Samstag zwischen Germania und Heimerdingen als auch das Landesliga-Derby am Sonntag freigegeben. „Wenn Hellas keinen Mann zu Streuen hat, stellen wir gerne unseren Platzwart Erwin Ast zur Verfügung“, sagt der Ingersheimer Manager Klaus Zürn in Anspielung auf eine Aussage von Heinz Steidle. Der Leiter des Sport- und Kulturamts hatte darauf hingewiesen, dass die Stadt für das Streuen der Linien nicht verantwortlich sei, nachdem sich der SV Hellas beklagt hatte, er dürfe seine Spiele nicht im Stadion austragen. „Es ist ein offenes Geheimnis, dass Hellas auf den Kunstrasen drängt. Aber das wird für uns keine Entschuldigung sein. Wir kicken auch auf der Straße, wenns pressiert“, sagt FVI-Trainer Wenninger, der davon ausgeht, dass am Sonntag auf Kunstgras gekickt wird. Seinem Bietigheimer Kollegen Choudiakis zufolge ist eine Entscheidung in dieser Frage aber noch nicht gefallen: „Auf Rasen macht Fußball viel mehr Spaß, aber es kommt darauf an, in welchem Zustand der Platz nach den 90 Minuten vom Samstag ist.“