FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Lokale Presseinformationen

Samstag 8. November 2008

PLEIDELSHEIM, 08. NOVEMBER 2008
Battista: Ingersheim ist reif
Brisantes Bezirksligaderby: GSV Pleidelsheim erwartet den Tabellenführer
Elf von zwölf Spielen hat der FV Ingersheim in der laufenden Saison in der Fußball-Bezirksliga gewonnen, einmal unentschieden gespielt. Morgen gastiert der Tabellenführer beim GSV Pleidelsheim.
Die Kapitäne Meric Aytug vom FV Ingersheim (Foto links im roten Trikot, hier gegen den Besigheimer Marco Punzi) und Stefan Tullius vom GSV Pleidelsheim führen ihre Teams morgen im Derby aufs Feld. Fotos: Avanti

„Die sind reif.“ Geht es nach Pleidelsheims Trainer Matteo Battista, kassiert der Bezirksliga-Spitzenreiter Ingersheim morgen seine erste Saisonniederlage. „Wenn wir unser Potenzial abrufen, sind wir in der Lage sie zu schlagen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, wir haben zuletzt gut gespielt. Eine Mannschaft wie wir, die spielstark ist, mit wenigen Ballkontakten schnell nach vorne spielt, kann Ingersheim besiegen.“ Dass er momentan kaum personelle Probleme hat, kommt dem GSV-Trainer entgegen. Ersetzen muss er nur Bernd Götz (verletzt) und Marc Riedel (Prüfungen).

Noch nicht entschieden hat sich Matteo Battista, ob er mit einer oder zwei Spitzen den Tabellenführer ins Visier nehmen wird. Alternativen dazu hat er mit Marius Friedl, Elio Basile und dem gesetzten Axel Bröckel, der schon neun Tore erzielt hat. In Schwieberdingen gönnte ihm sein Trainer eine Verschnaufpause, ließ ihn nur 30 Minuten aufs Feld. Prompt erzielte Bröckel einen Treffer. „Er hat eine gute Vorbereitung absolviert, war in jedem Training dabei und macht seine Tore“, lobt Battista. Er weiß aber auch um dessen Handicap: „Er ist immer motiviert, aber manchmal auch übermotiviert. Bei ihm ist das ein schmaler Grat.“ Sehr gute Leistungen zuletzt attestiert der Trainer auch Matthias Schmid: „Er ist sehr wichtig für uns und absolut gesetzt.“ Respekt hat Matteo Battista vor allem vor der Offensive der Ingersheimer: „Das ist ihr absoluter Vorteil.“

Bei neun Punkten Rückstand auf den Tabellenführer ist für den GSV ein Sieg Pflicht, obwohl für Battista die Meisterschaft gar nicht oberste Priorität hat: „Unser Ziel ist Platz zwei, da liegen wir nur drei Punkte hinter Kornwestheim. Natürlich haben wir mit einem Sieg morgen auch die Möglichkeit, noch weiter zu gehen. Das kommt nicht jedes Jahr.“

Dass seine Mannschaft hochmotiviert und bestens vorbereitet ins Derby geht, daran lässt der Coach keinen Zweifel: „Spiele gegen Ingersheim sind Highlights. Da muss man sich doch bestmöglich vorbereiten.“

Von einer alles andere als optimalen Vorbereitungswoche erzählt der Ingersheimer Trainer Thilo Koch. Jose Macias konnte berufsbedingt gar nicht trainieren, Marino Tricarico und Daniel Schick sind angeschlagen („Ich gehe aber davon aus, dass sie spielen“, so Koch), Mike Rothkopf hat wieder Probleme mit dem Knie und fällt die Vorrunde aus. Fehlen wird morgen auch Haiko Eggert (Seminar). Für Thilo Koch alles keine gravierende Probleme: „Wir freuen uns auf das Spiel, wollen gewinnen. Wenn Pleidelsheim verliert, können sie sich ganz auf Platz zwei konzentrieren.“ Dass seine Mannschaft zuletzt auch den einen oder anderen kleinen Hänger drin hatte, begründet der Trainer so: „Wenn du immer nur gewinnst, machst du automatisch etwas weniger, das zieht sich dann durch die ganze Mannschaft. Klasse aber ist, dass sie weiß, wies geht. Sie hat sehr viel Erfahrung.“ Dank individueller Klasse gewann der Spitzenreiter bislang auch die etwas engeren Spiele.

Eine deutliche Verbesserung gegenüber der Vorsaison attestiert Koch der Defensive: „Da spielen wir gut gegen den Ball, haben mehr Laufstärke drin. Zudem haben wir Leute, die Ruhe bewahren und den Ball halten können.“
Redaktion: CLAUS PFITZER

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Antonio Zinfollino rechnet mit viel Arbeit
FUSSBALL Der GSV Pleidelsheim will im Bezirksliga-Knüller dem Tabellenführer FV Ingersheim die erste Saisonniederlage beibringen 

Pleidelsheim. „Das ist das Spiel, für das man das ganze Jahr über trainiert“, sagt Trainer Matteo Battista über die Partie seines GSV Pleidelsheim am Sonntag (14.30 Uhr) gegen den FV Ingersheim. Gegen den besten Sturm der Bezirksliga ist Torhüter Antonio Zinfollino gefordert.

Von Henning Maak

GSV-Trainer Battista bezeichnet Antonio Zinfollino als „Glücksfall für den Verein“. Doch das Glück des einen ist oft das Pech des anderen. Möglicherweise würde Zinfollino heute das Tor des Drittligisten Stuttgarter Kickers hüten – wenn er sich nicht nach zwei Jahren in der A-Jugend der Blauen einen Kreuzbandriss zugezogen hätte. „Ich war schon auf dem Sprung in die zweite Mannschaft“, erinnert sich der 27-Jährige, der das Kicken im Alter von fünf Jahren bei Germania Bietigheim lernte und einen Großteil seiner Jugend bei FSV 08 Bissingen verbracht hat.

Statt bei den Stuttgarter Kickers landete der Schlussmann mit dem kahlen Schädel nach einem zweijährigen Intermezzo beim VfL Gemmrigheim beim FC Heilbronn in der Landesliga. Obwohl der damalige Trainer Zinfollino versprochen hatte, auf ihn zu setzen, verpflichtete der FCH in der Saison 2002/03 Sven Seeg vom Oberligisten SV Sandhausen. „An ihm bin ich nicht vorbeigekommen“, räumt der GSV-Keeper ein, der daraufhin ein halbes Jahr Abstand vom Fußballgeschäft suchte. 2005 klopfte dann der FV Löchgau bei ihm an – und dort erlebte Zinfollino ein unangenehmes Déjà-vu: Obwohl er als Nummer eins verpflichtet worden war, brachte der neue FV-Coach Andreas Lechner vom Oberligisten TSV Schwieberdingen seinen Torhüter Selim Kurkunc mit.

Nach dieser zweiten bitteren Enttäuschung hatte Antonio Zinfollino mit dem Fußball eigentlich abgeschlossen. Doch dann signalisierte im Frühjahr 2007 Matteo Battista sein Interesse an ihm. „Beim GSV Pleidelsheim hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass man mir Vertrauen schenkt“, freut sich der gelernte Bankkaufmann. Mit starken Leistungen zahlte er dieses Vertrauen zurück.

Antonio Zinfollino war in der vergangenen Saison einer von drei Torhütern beim GSV – neben dem etablierten Michael Stroba, der in der Vorsaison zwischen den Pfosten gestanden war, und Antonio Levante, der von Sönmez Spor Bietigheim kam. Matteo Battista, für den der GSV die erste Trainerstation war, heizte bewusst einen Konkurrenzkampf zwischen den drei Schlussleuten an: Die ersten sechs Partien bestritt Platzhirsch Stroba, der dann jedoch für eine Woche in seine polnische Heimat musste. Gegen Phönix Lomersheim rückte daher Zinfollino ins Team – und hielt seinen Kasten beim 2:0-Erfolg sauber. Im nächsten Spiel verlor der GSV bei DJK Ludwigsburg wegen zweier Fehler von Stroba mit 1:4. Danach stand wieder Zinfollino im Tor – und ist seitdem unbestritten die Nummer eins.

Coach Battista ist voll des Lobes über den 27-Jährigen: „Antonio hat sich zu einer echten Persönlichkeit entwickelt, der ein Spiel entscheiden kann“, sagt er über seinen Keeper. Er spiele hervorragend mit, schiebe gut von hinten heraus und könne zur Not als Libero spielen. Seine Stärke in 1:1-Situationen ließ er zuletzt in der Partie beim TSV Eltingen aufblitzen, wo er in der zweiten Halbzeit großen Anteil am Punktgewinn hatte, den sich zehn tapfere Pleidelsheimer gegen elf Eltinger erkämpften.

Auf Zinfollinos Paraden wird es auch am Sonntag ankommen. Mit dem ungeschlagenen Tabellenführer FV Ingersheim ist die dominierende Mannschaft der Liga beim GSV zu Gast. Außer einem 2:2-Unentschieden bei Germania Bietigheim hat der Ligaprimus alle zehn Saisonspiele gewonnen und führt die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung an. Der FV Ingersheim stellt mit neun Gegentreffern nach dem SV Salamander Kornwestheim die zweitbeste Abwehr und mit 31 Treffern den besten Angriff der Bezirksliga. Kein Wunder angesichts von Namen wie Torjäger Ali Seyhan, Davide Pusceddu und des Ex-Benningers Blerim Balaj. Im Fünfer-Mittelfeld zieht der oberligaerfahrene Jose Macias die Fäden, der lange Zeit beim SGV Freiberg aktiv war. Im Tor des FV Ingersheim steht der Ex-Marbacher Philipp Bürkle.

„Ingersheim ist extrem offensivstark, deshalb müssen wir versuchen, sie von unserem Tor fernzuhalten und die Dreierkette in der Abwehr unter Druck zu setzen“, verrät Battista, der neben den Langzeitverletzten auch auf den privat verhinderten Marc Riedel und auf Patrick Kraut (Knieprobleme) verzichten muss. Ein Fragezeichen steht zudem noch hinter dem Einsatz von Bernd Götz, den ebenfalls Knieprobleme plagen.

„Ich gehe davon aus, dass ich viel zu tun kriegen werde“, sagt Antonio Zinfollino angesichts der Ingersheimer Offensivstärke. Vorbereiten wird er sich wie immer, „die Spannung kommt bei so einem Spiel von selbst“, erklärt der GSV-Torwart. In so einer Partie kann er besonders gut beweisen, was für ein Glücksfall er für den Bezirksligisten ist.