FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Lokale Presseinformationen

Samstag 22. November 2008

Marbacher VW-Käfer trifft auf Ingersheimer Porsche
FUSSBALL

Innenverteidiger André Holzwarth entwickelt zusehends Torgefahr.
Am Samstag kommt der Ligakrösus FV Ingersheim zum FC

Marbach.
André Holzwarth ist gerade erst nach Marbach gezogen – noch steht die Einweihungsparty aus. Der FC Marbach könnte heute (14.30) gegen den FV Ingersheim mit einem Sieg die Stimmung noch anheizen. „Seit Wochen geht es um dieses eine Spiel“, verrät der FC-Verteidiger.

Von Klaus Teichmann

Vorn klemmte es noch, doch hinten hatte sich der FC Marbach vor einigen Wochen gerade stabilisiert, als es passierte: Dem jungen Innenverteidiger Alexander Kouimelis riss das Kreuzband – und plötzlich drohte alles wieder in Unordnung zu geraten. Mit der Hereinnahme von André Holzwarth scheint der FC nun jedoch sogar beide Baustellen auf einen Schlag geschlossen zu haben. Der lange Verteidiger steht hinten sicher – und schießt neuerdings sogar noch Tore. Beim 3:0 über den Tabellenzweiten SV Kornwestheim köpfte er nach einem Eckball das wichtige Führungstor, und auch beim 5:3-Auswärtserfolg in Schwieberdingen markierte er den Ausgleich zum 3:3 nach einem Freistoß. „Das bin ich selbst nicht von mir gewohnt“, sagt der 28-Jährige.
Sein Trainer Charly Hayta hat für den plötzlichen Torinstinkt seines alten Weggefährten eine Erklärung. „Seit er nach Marbach gezogen ist, trifft er“, scherzt der Coach. Noch wichtiger ist Hayta freilich, dass André Holzwarth dafür sorgt, dass der Gegner nicht trifft. Seine Hereinnahme war riskant – er hatte zuletzt keine Spielpraxis in der Bezirksliga. Zudem plagte sich der Erdmannhäuser beim GSV in der vergangenen Saison in der Kreisliga A mit einer ominösen Bauchmuskelverletzung herum – unzählige Arzttermine und Untersuchungen brachten keine exakte Diagnose. „Ich habe bis heute keine abschließende Erklärung für die Schmerzen“, sagt er, „jetzt sind sie jedoch komplett weg.“

Heute kann André Holzwarth also auf dem Hermann-Mayer-Sportplatz wieder voll gegen den Liga-Krösus angreifen. Die Übermannschaft aus Ingersheim hat bis auf ein Remis alle Spiele gewonnen. Charly Hayta verweist mit einem Vergleich auf die individuelle Klasse des Spitzenreiters: „Das ist wie ein Rennen zwischen einem VW-Käfer und einem Porsche.“ Immerhin haben sich die zuletzt verletzten Stammkräfte Valentin Agin und Michael Striegel diese Woche wieder im Training zurückgemeldet.

Für André Holzwarth besteht in dieser Konstellation auch eine Chance: „Wir haben nichts zu verlieren.“ Der drittälteste Akteur im FC-Kader geht davon aus, dass der Trainer als Taktik ausgibt, sich „tief fallen lassen und dann einmal schauen“. Ohnehin weiß der Maschinenbauer meistens recht genau, was Charly Hayta für eine Strategie ausheckt – viele Stunden haben die beiden schon über Fußball diskutiert. Da gab es die gemeinsame Zeit beim GSV Erdmannhausen, als der Spielertrainer Hayta den Youngster Holzwarth in seinem ersten Jahr nach der Jugend gleich zum Aufstieg in die Kreisliga A führte. Später fuhren sie regelmäßig zusammen zu ihrem Club Germania Bietigheim. Längst sind die beiden befreundet, Holzwarth springt auch schon einmal als Babysitter bei Charly Hayta ein. „Als ich im Sommer in Marbach angefangen habe, habe ich mich natürlich sofort an André erinnert“, blickt der Coach zurück, „so einen Mann kann man immer gebrauchen.“ Bevor André Holzwarth beim FC als Innenverteidiger und Torschütze in Erscheinung getreten ist, hat er die FC-A-Jugend als Trainer übernommen. „Ich mache gerade die C-Lizenz und will dann noch weitermachen“, erklärt der Nachwuchs-Coach, „ich arbeite in Ludwigsburg – da muss man dann sehen, was der Job in Zukunft zulässt.“

Tatsächlich schätzt Hayta bei seinem Verteidiger gerade sein taktisches Verständnis und seine Kommunikations-Fähigkeit. Bei so viel geballter Kompetenz scheint sogar ein Sieg gegen den FV drin. „Dieser Gegner kommt für uns zur richtigen Zeit“, meint Hayta, „wir sind gerade voll da.“ André Holzwarth will sich seine Einweihungsparty ebenfalls nicht vermasseln lassen: „Wir wollen denen die erste Niederlage beibringen.“