FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Landesliga: FVI nach über 60 Minuten in Unterzahl unterlegen

Donnerstag 24. September 2015

Artikel aus der BIETIGHEIMER ZEITUNG | Südwest Presse Online
CLAUS PFITZER | 21.09.2015
Außenseiter wehrt sich in Unterzahl

Artikel_swp_derby_FV_Loechgau_0_4Der FV Löchgau hat seine Erfolgsserie mit einem 4:0 (1:0) beim FV Ingersheim auf fünf Siege ausgebaut. Bis zur 86. Minute hielt der ab der 28. Minute dezimierte Außenseiter FV Ingersheim ein 0:1 und hatte in Unterzahl gute Chancen.

Am Ende wurde es dann doch standesgemäß. Der FV Löchgau baute seine lange knappe 1:0-Führung beim FV Ingersheim in den letzten Minuten auf 4:0 aus und zieht einsam seine Kreise an der Landesliga-Tabellenspitze. Die drei Gegentreffer in der 86., 90. Minute und in der Nachspielzeit hatten die Gastgeber nicht verdient, denn sie hatten sich mit viel Einsatz gewehrt. Und sie hatten Chancen, um zumindest einen Zähler zu holen.

„Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Aber vielleicht war das ein Warnschuss zur rechten Zeit. Wir sind keine Mannschaft, die mit 80 Prozent ihre Spiele gewinnt. Aber es gibt so Tage. Das war bislang unsere schlechteste Saisonleistung“, meinte Löchgaus Trainer Evangelos Sbonias zur Vorstellung seiner überlegenen, aber häufig zu langsam und zu kompliziert spielenden Mannschaft. Immer wenn die Löchgauer das Tempo anzogen, wurde es für die Ingersheimer gefährlich, aber das war zu selten der Fall. Mit ihrer Überzahl ab der 28. Minute konnten die Gäste nicht viel anfangen. Sie verhedderten sich meist im Defensivverbund der aufopferungsvoll verteidigenden Gastgeber.

Dabei stellten sich die Ingersheimer keineswegs nur hinten rein und erwarteten die Angriffe des Favoriten. Das Team von Trainer Sven Damnig trat bis zum Platzverweis mutig auf und hatte in der zehnten Minute durch Kleonikos Priftis die Führungschance, die Löchgaus Torhüter Markus Brasch per Fußabwehr klären konnte.

In der 22. Minute nahm die Partie ihren erwarteten Verlauf. Nach einem Eckball von Alexander Götz stieg der Ex-Ingersheimer Philipp Sturm hoch und erzielte per Kopfball die 1:0-Führung für den Spitzenreiter. Der für den angeschlagenen Michael Göbel in der 25. Minute eingewechselte Michael Edelmann durfte gerade mal drei Minuten mitspielen. Nachdem er mit gestrecktem Bein an der Strafraumgrenze gegen Götz zu Werke gegangen war, zeigte ihm Schiedsrichter Mike Böttigheimer die Rote Karte. Den Strafstoß versemmelte Götz, indem er die Kugel über die Querlatte schoss.

In der 32. und 33. Minute war auf der Gegenseite wieder Schlussmann Brasch gegen Priftis gefordert. Zuerst hielt er einen Kopfball, dann holte er dem Ingersheimer Stürmer den Ball noch vom Fuß. „Diese hundertprozentigen Chancen muss Priftis machen“, haderte nach dem Spiel FVI-Trainer Damnig mit der Chancenverwertung.

Zur zweiten Halbzeit nahm sein Löchgauer Kollege zwei Wechsel vor und brachte für die Stammkräfte Tom Kühnle und Götz Giosue Tolomeo und Andreas Stäb. „Götz war in den letzten vier Spielen überragend. Aber es gibt so Tage. Tom Kühnle wird am Dienstag im Training wieder Vollgas geben. Wir können halt nachlegen“, kommentierte Sbonias die Wechsel.

In der 54. und 59. Minute probierte es Löchgaus Salvatore Langella aus der Distanz und hatte zweimal Pech. Zuerst traf er die Querlatte, dann flog die Kugel knapp drüber. Die beste Chance der Gäste vergab in der 74. Minute David Parham, der nach einem super Pass von Stäb allein aufs FVI-Tor zulief, den Ball aber knapp neben den Pfosten ins Aus setzte.

Die Ingersheimer kamen mit ihren begrenzten Möglichkeiten zweimal zu einer Ausgleichschance. Zuerst geriet der Abschluss von Vassilios Kostakis aus kurzer Distanz zu schwach, um Keeper Brasch zu überwinden. Dann verfehlte Priftis das Löchgauer Gehäuse um wenige Zentimeter.

In der Schlussphase machten die Löchgauer dann den Deckel drauf. Nach einem Schuss von Fabian Kirsten ließ FVI-Schlussmann Loureiro Dos Santos den Ball genau vor die Füße von Tolomeo abprallen, und der Löchgauer traf ins leere Tor (86.). Auch die Treffer Nummer drei und vier gingen auf das Konto von Einwechselspielern. Zuerst traf Parham aus 16 Metern (90.), dann Stäb aus gleicher Entfernung (90.+1).

„Die drei Stück zum Schluss sind bitter. Aber so spielt kein Absteiger. Wir müssen uns einfach nur mal belohnen. Dazu muss man aber seine Chancen nutzen. Löchgau ist eingespielt und hatte mehr Spielanteile. Nach einem Standard machen die halt ihr Tor. Wir hatten vier, fünf gute Aktionen und machen keins“, meinte Ingersheims Trainer Damnig enttäuscht.

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