FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Keine Trendwende

Montag 22. April 2013

Der Noch-Fußball-Landesligist FV Ingersheim hat auch im Derby gegen den FV Löchgau die herbeigesehnte Trendwende nicht geschafft. Das Schlusslicht aus dem Fischerwörth verlor zu Hause mit 1:2. Die Gäste eroberten sich dagegen wieder Platz zwei von der Spvgg 07 Ludwigsburg zurück.

Autor: ANDREAS EBERLE

Sechs bis sieben Siege aus den letzten neun Saisonspielen hatte sich Trainer Michael Mieck vor dem Derby des FV Ingersheim gegen den FV Löchgau von seiner Truppe gewünscht, um doch noch den Landesliga-Klassenerhalt zu schaffen. Nach der gestrigen 1:2-Heimpleite müssten die Ingersheimer nun tatsächlich fast alle verbleibenden acht Partien gewinnen. Ein Szenario, an das wohl nicht mal die kühnsten Optimisten beim FVI glauben, auch wenn sich Mieck kämpferisch gibt: „Wir werden bis zum Schluss Gas geben.“

Gegen den Lokalrivalen aus Löchgau boten seine Schützlinge eine engagierte Vorstellung und wehrten sich nach Kräften. Sie rackerten, sie grätschten, und sie versuchten, mit viel Zweikampfhärte dem spielerisch besseren Gegner den Schneid abzukaufen. Allerdings fehlte Ingersheim im Spiel nach vorne einmal mehr die Durchschlagkraft, was sicher auch damit zu tun, dass Suad Rahmanovic bereits in der 19. Minute ausgewechselt werden musste – der Stoßstürmer war auf dem Rasen umgeknickt und klagte über Knieprobleme. „Das sieht nicht gut bei ihm aus. Seine Verletzung passt zu unserer Situation“, lamentierte Mieck.

Zwei Aussetzer in der Defensive brachten den Tabellenletzten ins Hintertreffen. Beim Löchgauer 1:0 in der 24. Minute passierte eine flache Freistoßhereingabe von Alexander Götz alle im Strafraum versammelten Spieler, und der kurz vor der Torlinie stehende Riccardo Macorig drückte den Ball ungestört ins Netz, was die FVL-Kicker zu einem fröhlichen Tänzchen an der Eckfahne inspirierte. Macorig, der bei Löchgau eigentlich in erster Linie fürs Toreverhindern zuständig ist, hatte bereits eine Woche zuvor gegen Rutesheim getroffen. „Unser Innenverteidiger ist gerade in Torlaune“, stellte Gästecoach Evangelos Sbonias nach dem Spiel vergnügt fest.

Fünf Minuten nach der Pause erlaubte sich die Ingersheimer Abwehr dann die zweite folgenschwere Nachlässigkeit. Diesmal ließen sich Talha Gürleyen und Lars Bischof an der rechten Strafraumgrenze von Götz übertölpeln. Der spielfreudige Löchgauer Rechtsaußen zog zum Tor und bediente den eingewechselten Alex Felger, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte und zum 0:2 vollendete.

Eine Standardsituation brachte den FVI wieder zurück in die Partie. Nach einer kurz ausgeführten Ecke fand Gürleyens schöne Flanke Christian Butz, der den Ball elegant zum 1:2 ins Eck köpfte (54.). Zweimal hätte es danach Elfmeter geben müssen. Doch jeweils blieb die Pfeife von Schiedsrichter Andreas Zürn stumm. Zunächst, als FVL-Keeper Michel Ryssel Martin Frey von den Beinen holte, nachdem er einen Fernschuss von Butz mit Ach und Krach noch abgewehrt hatte (62.). Auf der Gegenseite wurde sechs Minuten später Götz von Bischoff und Gürleyen nacheinander zweimal im Strafraum gefoult, was ebenfalls ungeahndet blieb.

Obwohl Ingersheim in der Schlussphase mit Mann und Maus anrannte und auf ein 3-4-4-System mit Innenverteidiger Bischoff in der Spitze umstellte, blieben Chancen aus. Die Löchgauer verpassten derweil bei ihren Kontern nicht zum ersten Mal, vorzeitig die Entscheidung herbeizuführen. Am Ende feierten die Gäste einen 2:1-Zittersieg.