FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Jokertore führen zum ersten Sieg im Jahr 2012

Montag 16. April 2012

FV Ingersheim – TSG Bretzfeld  2:1   (0:1)

Der Ingersheimer Mittelfeldmann Tim Schlichting (links) und der Bretzfelder 1:0-Torschütze Sebastian Trefz kämpfen um die Lufthoheit.FV Ingersheim schlägt Bretzfeld in der Landesliga 2:1 – Kleiß und Giunta drehen Spiel nach 0:1
Aufatmen beim FV Ingersheim: Der Fußball-Landesligist aus dem Fischerwörth hat mit einem 2:1 gegen die TSG Bretzfeld seinen ersten Sieg im Jahr 2012 geholt. Die eingewechselten Jerry Kleiß und Fabio Giunta wendeten nach einem 0:1-Rückstand noch das Blatt.

Der Ingersheimer Mittelfeldmann Tim Schlichting (links) und der Bretzfelder 1:0-Torschütze Sebastian Trefz kämpfen um die Lufthoheit. Foto: Avanti

„Oh, meine Nerven“ – Marcus Wenninger, der Coach des FV Ingersheim, brauchte nach dem 2:1 gegen die TSG Bretzfeld einige Minuten, bis er sich wieder beruhigt hatte. Seine Elf hatte die Nerven des Übungsleiters und die der Ingersheimer Fans in den 92 Spielminuten zuvor arg strapaziert. Letztlich gab es für Wenninger und Co. aber ein Happy End – dank der eingewechselten Jerry Kleiß und Fabio Giunta. Beide Joker stachen in der Schlussviertelstunde und drehten nach einem 0:1-Rückstand den Spieß noch um. Nach fünf vergeblichen Versuchen ging Ingersheim somit erstmals im Jahr 2012 als Gewinner vom Rasen. „So ein Erfolgserlebnis setzt Kräfte frei. Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte ein erleichterter Wenninger.

Das warten auf die Gäste nach der Halbzeitpause. Die Ingersheimer stehen schon auf dem Rasen.Mit dem Heimsieg gegen das Kellerkind aus Bretzfeld hat sich die Tabellensituation für seine Truppe etwas entspannt. Das Ingersheimer Polster zu einem direkten Abstiegsplatz ist wieder auf acht Punkte angewachsen. Der nach wie vor nur zwei Zähler entfernte Relegationsrang schwebt freilich immer noch wie ein Damoklesschwert über dem Klub aus dem Fischerwörth, zumal der FSV Waiblingen nach dem gestrigen 2:1 in Löchgau wieder Blut geleckt hat. „Die zwei Punkte Vorsprung sind kein Ruhekissen“, weiß Wenninger, „wir konzentrieren uns jetzt voll auf den Kampf gegen den sechstletzten Platz.“

Die jüngste Flaute nach der Winterpause hatte bei den Ingersheimer Kickern deutliche Spuren hinterlassen. Die Verunsicherung und die Angst vor dem erneuten Versagen war in vielen Szenen zu spüren. In der ersten Hälfte lief beim FVI wenig zusammen. Es fehlten Dynamik, Bewegung, Laufbereitschaft und der Zug zum gegnerischen Tor. Und das frühe Gegentor in der neunten Minute war ebenfalls alles andere als Balsam für die geschundene Ingersheimer Fußball-Seele. Ein Treffer, der freilich umstritten war: Nach einem weiten Pass von Michael Blondowski in die Spitze wähnten die Hausherren Marin Kartela im Abseits, doch Schiedsrichterassistent Rafael Zimmer sahs anders und ließ seine Fahne unten. Kartela köpfte den Ball in die Mitte zurück, und der dort lauernde Bretzfelder Torjäger Sebastian Trefz schloss zum 0:1 ab.

Die Antwort der Heimelf fiel dürftig aus: Bei einer eher zufällig zustande gekommenen Chance von Pierre Fees war TSG-Keeper Andreas Hank auf der Hut. Und der wiedergenesene Emanuele Di Natale traf nur das Außennetz – mehr hatte der FVI bis zum Seitenwechsel nicht zu bieten.

Wesentlich gefährlicher war der Angriff der Hohenloher in der 29. Minute, als der erneut von Kartela in Szene gesetzte Trefz den Ball über den aus seinem Kasten geeilten Tobias Staiger hinweghob – allerdings auch über die Latte. In der 58. Minute lag das 0:2 erneut in der Luft: Joachim Rup schoss Staiger nach einem schnellen Gegenstoß der Hohenloher an.

Erst mit der Einwechslung von Kleiß und Giunta ging der berühmte Ruck durch die Ingersheimer Mannschaft. Beide Joker sorgten für mächtig Betrieb im Bretzfelder Strafraum. Die erste Riesenchance vergab Kleiß noch – er zielte aus neun Metern drüber. Nachdem Staiger mit einem tollen Reflex gegen den frei vor ihm auftauchenden Serden Bakacak gerettet hatte, blies der FVI zur Schlussoffensive. In der 75. Minute setzte sich der wieselflinke Marco Völlm gegen gleich drei TSG-Verteidiger durch und legte quer auf Kleiß, der aus kurzer Distanz zum 1:1 vollendete. Es folgten ein Lattenkracher von Völlm und schließlich in der 89. Minute doch noch das 2:1. Völlm übertölpelte die Bretzfelder Abwehr mit einem Pass in die Tiefe, den Rest erledigte Giunta: Der technisch versierte Angreifer überwand Hank mit einem feinen Heber.

Dem Torwart der Hohenloher war nun der Spott der Ingersheimer Anhänger vollends sicher, denn er hatte zuvor mit permanentem Zeitspiel für Unmut auf den Rängen gesorgt. „Jetzt atmen wir eine Woche durch, und dann gehts weiter“, sagte Wenninger, dessen Team nun mit der TSG Backnang und der Neckarsulmer Sport-Union zwei ganz schwere Aufgaben vor der Brust hat.
Redaktion: ANDREAS EBERLE