FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Interview mit Timm Fahrion

Samstag 26. Februar 2011

Der neue Coach des FV Ingersheim über Ziele, seinen Vorgänger und den Landesliga-Rückrundenstart in Neckarsulm
Timm Fahrion sitzt heute ab 15 Uhr beim Gastspiel in Neckarsulm erstmals auf der Bank des Fußball-Landesligisten FV Ingersheim.

Der neue Ingersheimer Landesliga-Trainer Timm Fahrion tanzt in seiner Freizeit gerne Salsa und findet Entspannung beim Angeln. Foto: Werner Kuhnle
Nur noch wenige Stunden bis zu Ihrem ersten Pflichtspiel als Ingersheimer Coach. Kribbelt es schon?

TIMM FAHRION: Ja, auf jeden Fall. Aber das ist normal und auch positiv. Es ist aber mehr Freude als Aufregung vorhanden. Die Jungs sind auch heiß. Sie möchte man als Trainer natürlich von der Leine lassen.

Welchen Eindruck haben Sie von Ihrem neuen Team und dem Club?

FAHRION: Ich habe den Eindruck, der FV Ingersheim ist ein solider und gut geführter Verein. Im Aktivenbereich ist alles sehr professionell, auch was das Drumherum und das Trainerteam anbelangt. Im Jugendbereich ist noch wenig da, gibt es noch Aufholbedarf. Es war einfach, mit den Spielern schnell sehr gut arbeiten zu können. Wir haben eine sehr gute Qualität in der Mannschaft, und ich hoffe, dass sie das auch in der Rückserie noch zeigt.

Was für ein Trainertyp sind Sie?

FAHRION: Ich glaube, dass ich es zum einen gut verstehe, mit meinen Spielern zu kommunizieren. Und zum anderen denke ich, dass ich durch meine Ausbildung schon etwas von der Sportart verstehe. Ich habe in Köln Sport studiert und bin Sportwissenschaftler. Im Rahmen meiner fußballerischen Ausbildung habe ich außerdem die A-Lizenz gemacht, die zweithöchste Trainerlizenz in Deutschland.

Wo sehen Sie noch erheblichen Verbesserungsbedarf in Ihrem Team?

FAHRION: Wir haben noch Probleme im Spiel gegen den Ball. Ich gebe zwar nicht viel auf Testspielergebnisse, weil man da ja auch etwas experimentiert. Aber wir haben in der Vorbereitung noch zu viele Tore bekommen, was mich etwas missmutig stimmt. Das liegt aber nicht daran, dass der Torwart oder die Abwehr schlecht wären, im Gegenteil. Das hat mit dem gesamten Mannschaftsgefüge zu tun, also wie die Mannschaft als Team verteidigt.

Haben Sie mal mit Ihrem gefeuerten Vorgänger Thilo Koch gesprochen?

FAHRION: Ich hatte nicht das Bedürfnis gehabt, mit ihm zu telefonieren. Ich weiß ja auch nicht, wie er reagieren würde. Mir tut es für ihn sehr Leid, auch wenn ich ihn persönlich nicht kenne. Es ist halt so in diesem Geschäft, dass man ab und zu auch mal unvorbereitet seinen Platz räumen muss.

Der FVI ist als einer der Aufstiegskandidaten in die Saison gegangen. Ist zumindest Platz zwei noch möglich?

FAHRION: Möglich ist im Fußball sehr viel. Auch für uns ist in dieser Saison noch alles drin. Ich hoffe, dass wir nichts mehr mit den hinteren Rängen zu tun bekommen.

Sie haben einen Kontrakt über zweieinhalb Jahre unterschrieben. Das ist eine relativ lange Vertragsdauer.

FAHRION: Darüber bin ich auch froh. Das ist ein Vertrauensbeweis des Vereins. Man könnte auch von Vorschusslorbeeren reden.

Welche Zielen haben Sie mit dem Club? Ist die Verbandsliga ein Ziel?

FAHRION: Wir wollen in erster Linie schönen und erfolgreichen Fußball spielen. Natürlich wollen wir versuchen, während der Laufzeit meines Vertrages eine Klasse nach oben zu kommen. Das darf auch ruhig jeder wissen.

Sie wohnen in Esslingen. Ist Ihnen die ständige Pendelei nicht lästig?

FAHRION: Das ist nur vordergründig ein Problem. Ich arbeite ausschließlich im Fußball-Bereich. Im Arbeitsleben sind 40 Kilometer Anfahrt ja auch nicht besonders viel. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich an den Trainingstagen sowieso in Stuttgart tätig bin. Da entfällt dann schon einmal die halbe Strecke der Anfahrt.

Wie entspannen Sie sich von Ihrem Job als Trainer und Sportlehrer?

FAHRION: Ich tanze gerne Salsa und entspanne beim Angeln. Da trifft es sich doch gut, dass der Ingersheimer Fischerwörth direkt am Neckar liegt.

Gegner Neckarsulm hat als einer der Titelfavoriten bisher enttäuscht. Auf was stellen Sie sich heute ein?

FAHRION: In den Gesprächen mit Trainerkollegen habe ich immer wieder gehört, dass die Neckarsulmer nicht dort stehen, wo sie von ihrer Leistungsstärke her hingehören. Die Mannschaft wird hochmotiviert und energisch gegen uns antreten und zeigen wollen, dass sie zu Unrecht unten steht.

Welche Schlagzeile möchten Sie am Montag in der Zeitung lesen?

FAHRION: Ingersheim gewinnt nach umkämpften Spiel mit 2:1.

ANDREAS EBERLE

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