FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Ingersheimer Pokal-Traum geplatzt

Donnerstag 5. August 2010

Verbandsligist Tura Untermünkheim setzt sich im Fischerwörth mit 3:2 nach Verlängerung durch
Der FV Ingersheim ist im WFV-Pokal durch ein 2:3 nach Verlängerung gegen Untermünkheim ausgeschieden. Eine 2:1-Führung, zig Chancen und Überzahl reichten dem Landesligisten nicht zum Weiterkommen.

Ausgebremst: Für Jörn Pribyl (links) und den FV Ingersheim war in der zweiten Runde des WFV-Pokals Endstation. Der Verbandsligist Tura Untermünkheim besiegte die Koch-Elf dank eines Doppelpacks von Jan Schreiner mit 3:2. Foto: Avanti

Thilo Kochs Analyse fiel nach der gestrigen Partie nüchtern aus. „Wenn man seine Chancen nicht nutzt und zweimal hinten pennt, verliert man halt“, kommentierte der Ingersheimer Trainer das Zweitrunden-Aus seines Teams gegen den Verbandsligisten Tura Untermünkheim. Die Art und Weise der Scheiterns war allerdings ärgerlich. Die Fischerwörth-Elf führte in der regulären Spielzeit bereits mit 2:1 und hatte eine Handvoll allerbester Chancen, um die Entscheidung herbeizuführen. Erleichternd kam noch hinzu, dass der FVI nach einer Roten Karte für Untermünkheims Markus Klässing lange mit einem Mann mehr auf dem Feld stand.

Zwei Abwehrpatzer brachten die Ingersheimer aber letztlich ums Weiterkommen: In der 73. Minute waren sich Haiko Eggert und Keeper Tobias Staiger uneins, und als lachender Dritter kam Jan Schreiner an den Ball und schoss diesen ins leere Tor zum 2:2-Ausgleich. Und in der 105. Minute verfehlte Alexander Wagner einen weiten Einwurf von Steffen Kocholl, worauf erneut Schreiner zur Stelle war und zum 3:2-Siegtor einköpfte – es war die erste und einzige gefährliche Aktion der Hohenloher in der Verlängerung. In puncto Effektivität hatte der Tura den Hausherren also eine bittere Lektion erteilt. „Spielerisch waren wir besser. Die haben doch nur lange Bälle geschlagen“, klagte FVI-Trainer Koch später.

Die Gäste aus dem Landkreis Schwäbisch Hall, bei denen einige Akteure aus der Stammelf fehlten, wurden in den 120 Minuten ihrer Favoritenrolle nicht gerecht. Statt des Verbandsliga-Neulings bestimmte der klassentiefere FV Ingersheim meist das Geschehen und ging in der 22. Minute verdient in Führung: Fabio Giunta lief entschlossen in eine Freistoßflanke von Björn Rothkopf und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz – das 1:0. Schon im Gegenzug glich Untermünkheim aus, ebenfalls nach einer Standardsituation: Einen Freistoß von Klässing köpfte Schreiner zunächst an den Pfosten, den Abpraller brachte Joschka Karle im Tor unter. Schön herausgespielt war der Ingersheimer Treffer zum 2:1. Neuzugang Wagas Malik , der auf der linken Außenbahn für viel Schwung sorgte, bediente Marius Friedl mit einem klugen Querpass, und der Ex-Besigheimer vollstreckte aus drei Metern Torentfernung (53.). Keine Minute später hatte Philipp Sturm nach einem Missverständnis zwischen Daniel Sahdo und Klässing sogar das 3:1 auf dem Fuß, allerdings scheiterte der Torjäger am gut reagierenden Tura-Keeper Lukas Dambach.

Als Tura-Innenverteidiger Klässing als letzter Mann Sturm umgrätschte und Rot sah, hatte die Koch-Elf alle Trümpfe in der Hand – und gab sie leichtfertig wieder her. Gleich mehrmals versiebte der Landesligist in den zweiten 45 Minuten und im ersten Abschnitt der Verlängerung hochkarätige Chancen. Nur Schreiner zeigte noch Vollstreckerqualitäten und wurde mit seinem Doppelpack zum Untermünkheimer Pokal-Helden.

Nach dem 2:3 (105.) lief auch bei Ingersheim nicht mehr viel zusammen. „Wir haben uns durch die robuste Spielweise des Gegners anstecken lassen und nicht mehr unseren gepflegten Fußball gespielt“, bemängelte Koch, der in der hitzigen Endphase wegen Reklamierens vom Spielfeldrand verbannt worden war. Vorangegangen war ein übles Foul von Duane-Carl Collins an Malik, das Koch nicht ganz zu Unrecht empörte.

Auch Wagner erlebte den Abpfiff nicht mehr auf dem Rasen mit – Schiedsrichter Andreas Wieczorek hielt dem Abwehrspieler wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte vor die Nase (116.). Schwerer wog freilich die Blessur, die sich kurz zuvor Rothkopf zugezogen hatte: Der Ingersheimer Regisseur musste humpelnd mit einer Knieverletzung vom Platz. „Es sieht nicht gut aus“, meinte Koch.

ANDREAS EBERLE / Bietigheimer Zeitung