FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

In der Bezirksliga unterfordert

Freitag 26. Juni 2009

Teil eins der Meisterserie:
Fußballer des FV Ingersheim erreichen locker ihr Saisonziel
Selten hat ein Klub die Bezirksliga so dominiert wie der FV Ingersheim. Top-Neuzugänge, die individuelle Klasse der Kicker und der perfekte Saisonstart sind für Coach Thilo Koch die Hauptgründe für den Erfolg.

Auf dem Höhenflug: Die Kicker des FV Ingersheim lehrten der Konkurrenz in der Bezirksliga Enz/Murr das Fürchten und wurden souverän Meister.

Als die Ingersheimer vor zwei Jahren in die Bezirksliga aufstiegen, zeigten sie mit ihrem Outfit, dass das Fußball-Oberhaus des Bezirks Enz/Murr nur eine Durchgangsstation sein soll. „Landesliga, wir kommen“ – diesen Slogan hatte der damalige A-Ligist auf die Meister-T-Shirts drucken lassen und somit einen weiteren großen Coup angekündigt.

Im Spieljahr 2007/2008 scheiterte der FVI zwar als Tabellenzweiter noch in der Aufstiegsrelegation; in der abgelaufenen Bezirksliga-Runde machte die Mannschaft von Trainer Thilo Koch ihr Versprechen aber wahr: Sie stand nach einer famosen Saison erneut ganz oben und feierte einen weiteren Aufstieg. Im Sportzentrum Fischerwörth ist also ab dem nächsten Sommer tatsächlich Landesliga-Fußball zu sehen. „Wir haben von Anfang an nur Platz eins gelten lassen“, sagt Koch.

Mit neun Punkten Vorsprung auf Verfolger Spvgg Renningen und gar deren 16 auf den drittplatzierten Erzrivalen GSV Pleidelsheim entschieden die Ingersheimer den Titelkampf klar für sich. 76 Zähler hatte der Verein am Saisonende gesammelt – in den vergangenen zehn Jahren war nur der FSV 08 Bissingen mit 77 Punkten in der Saison 2003/2004 noch einen Deut besser. Koch: „Wir haben jetzt in drei Jahren insgesamt nur elf Ligaspiele verloren. Das ist eine super Quote.“

Erst am 22. Spieltag setzte es für sein Team bei der Spvgg Ludwigsburg II die erste Saisonpleite (2:4). „Wenn man so oft gewinnt, ist es schwer, sich immer neu zu motivieren“, erklärt Koch und denkt vor allem an das mühsame 3:2 gegen den kläglichen Absteiger VfB Vaihingen.

Holprig verlief auch das Saisonende, an dem sich die Meisterschaftsentscheidung Woche um Woche verzögerte – teils, weil die Ingersheimer bei den Spielen in Renningen (2:5) und gegen Pleidelsheim (2:2) patzten, teils wegen höherer Gewalt durch die Punktabzüge für den FC Marbach, die das Klassement noch einmal durcheinanderwirbelten. Am vorletzten Spieltag war der direkte Aufstieg nach einem 2:1-Sieg gegen Marbach endgültig perfekt – und damit auch der größte Erfolg von Koch in seiner bisherigen Trainer-Karriere.

Für den 46-Jährigen sind mehrere Gründe für den Höhenflug verantwortlich: der optimale Start mit sieben Siegen in den ersten sieben Partien, das torgefährliche Mittelfeld mit Daniel Schick als 19-fachen Torschützen, die individuelle Klasse der Spieler, die gute Stimmung in der Mannschaft, in der es klare Hierarchien gegeben habe und dennoch jeder einzelne Spieler respektiert worden sei, sowie das gute Händchen bei den Neuzugängen. Die vor der Runde geholten Philipp Bürkle, Michael Schunger, Marco Völlm und José Macias entpuppten sich als Volltreffer, ebenso der vom FC Heilbronn in der Winterpause losgeeiste Alexander Wagner, der den langzeitverletzten Mike Rothkopf in der Innenverteidigung ersetzte. Nach der Roten Karte im ersten Saisonspiel gegen Eltingen sowie einer langen Verletzungspause ist auch Stürmer Marino Tricarico in der Rückrunde immer besser in Form gekommen. „Für Bezirksliga-Verhältnisse war unser Kader sehr gut besetzt“, bestätigt Koch.

Leitwolf Macias hat es dem früheren Verbandsliga-Coach von 07 Ludwigsburg besonders angetan: „Er ist ein Spieler der Extraklasse. Durch sein Engagement ist er sofort eine Führungsfigur geworden.“ Umso schwerer wiegt nun der Weggang des einstigen Freiberger Oberliga-Kapitäns. Denn wegen seiner beruflichen Tätigkeit beim Württembergischen Fußballverband darf Macias nicht mehr höherklassig kicken. „Wir werden dennoch auch in der Landesliga wieder eine gute Mannschaft haben“, sagt Koch trotzig.
Redaktion: ANDREAS EBERLE / Bietigheimer Zeitung