FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Dietz trifft in letzter Minute

Montag 29. November 2010

Dietz trifft in letzter Minute Derby der Fußball-Landesliga zwischen Löchgau und Ingersheim endet 2:2
Mit seinem Kopfballtor zum 2:2-Endstand in der vierten und letzten Minute der Nachspielzeit rettete Fabian Dietz dem FV Ingersheim im Derby der Fußball-Landesliga beim FV Löchgau einen Punkt.

Seinen fünften Tor-Doppelpack im 15. Saisonspiel leitete Fabian Dietz im Duett der Ex-Löchgauer im Ingersheimer Trikot selbst ein. Aus dem Mittelfeld heraus spielte er den Ball auf links zu Wagas Malik und sprintete ein letztes Mal vors Tor der Gastgeber. Malik hatte die technischen Fähigkeiten sowie noch die Kraft und Konzentration, um die Kugel maßgerecht nach innen auf den Kopf von Dietz zu flanken, für den der Rest Formsache war.

Auf dem Foto der Löchgauer Kapitän Peter Wiens (rechts) den Ball vor Wagas Malik ab. Wiens verwandelte einen Elfmeter zum 1:0. Foto: Jens Christ

Der Löchgauer Trainer Evangelos Sbonias ärgerte sich dermaßen über den späten Ausgleichstreffer in einem in der zweiten Halbzeit guten, schnell geführten und emotionalen Derby, dass er nach dem kurz darauf erfolgten Abpfiff dem Unparteiischen-Trio aus Ulm die Meinung sagte. Hinterher klärte er seinen Ärger auf: „Ich hatte zweimal einen Spielerwechsel angekündigt, und die kriegen das nicht hin.“ Das Unentschieden konnte der Trainer des Tabellenzweiten zum Abschluss einer bärenstarken Vorrunde verkraften. „Wir tragen jetzt nicht Trauerflor, weil wir gegen Ingersheim 2:2 gespielt haben. Wir hätten nach dem 2:1 den Sack zumachen müssen. Bei unseren Chancen muss man sich mit dem 3:1 den Lohn abholen“, sagte Sbonias.

Die Partie nahm erst in der zweiten Halbzeit Fahrt auf. In den ersten 45 Minuten neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Der Ingersheimer Trainer Thilo Koch hatte mit Dietz nur eine Spitze aufgeboten. Die Hoffnung auf einen Steilpass auf den blonden Ausnahmekönner erfüllte sich in der 45. Minute, als Dietz erstmals der aufmerksamen Löchgauer Abwehr entwischte. Der mutige Einsatz von Torhüter Salvatore Rivarolo führte wohl dazu, dass der Ingersheimer den Ball knapp am Tor vorbeischoss.

Die Gastgeber hatten ein leichtes Plus an Torchancen, aber auch Manuel Sanchez und Salvatore Langella durften keinen Torerfolg bejubeln. Am nächsten dran war noch Abwehrmann Erkan Olgun, der den Ball nach einem Freistoß von Langella per Kopf ans Außennetz beförderte.

Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit gingen an die Gäste, die ihre Zurückhaltung und ihr vor allem auf Ballkontrolle ausgerichtetes Spiel aufgaben und mit viel Tempo auf die Führung spielten. Chancen sprangen aber keine heraus. Als sich die Löchgauer wieder auf ihr aggressives, laufintensives, zweikampfbetontes und schnelles Spiel nach vorne besannen, gingen sie in Führung. Nach einer ungestümen Aktion von Jerry Kleiss gegen Langella entschied Schiedsrichter Maik Kaack auf Elfmeter. Den verwandelte Kapitän Peter Wiens (62.). Vom Anspiel weg schafften die Ingersheimer durch Dietz den Ausgleich. Auch darauf gab es umgehend eine Reaktion. Nach einer tollen Parade von Ingersheims Torhüter Tobias Staiger nach einem Kopfball von Robin Kobar wuchtete Sanchez den Abpraller zum 2:1 ins Gästetor. Der reklamierende Staiger sah die Gelbe Karte. „Mir wurden, nachdem ich den Ball abgewehrt hatte, die Beine weggeschlagen“, erklärte der Torhüter seinen Ärger.

Gästetrainer Koch reagierte auf den erneuten Rückstand mit der Einwechslung von Marius Friedl, der neben dem bereits zuvor aufs Feld gekommenen Philipp Sturm fortan eine Doppelspitze bildete, Dietz zog sich ins Mittelfeld zurück. Die Löchgauer hielten hinten dicht und kamen zu Konterchancen. Kobar (71.), Dario Di Lucrezia (73.) und Langella (78.) scheiterten aber am starken Staiger. Das rächte sich, denn Dietz hatte noch einen drauf und bereitete seinen Ausgleichstreffer selbst vor.

„Null Punkte hätte meine Mannschaft nicht verdient gehabt“, sagte FVI-Trainer Koch. „Wir haben gut gespielt, nur in unserer super Druckphase zu Beginn der zweiten Halbzeit kein Tor gemacht. Glück war, dass wir nach dem geschenkten Elfmeter gleich das 1:1 gemacht haben, das kam von oben. Das 2:1 war sehr, sehr strittig, der Ausgleich kam erneut von oben“, so Koch.
CLAUS PFITZER