FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Bischoff rettet einen Punkt

Montag 3. September 2012

FV Ingersheim – SV Schluchtern 1:1 (1:0)

Nach einer starken ersten Halbzeit und einer frühen Führung durch einen Treffer von Fabio Giunta musste der Landesligist FV Ingersheim bei seiner Saison-Heimpremiere über das 1:1 gegen den SV Schluchtern froh sein. Der Aufsteiger erzielte in der 85. Minute den Ausgleich.

Den Ball im Blick:
Der Ingersheimer Dennis Grätz
(hinten) hat die Kugel vor dem
Schluchterner Artur Glaser
weggedroschen.
Foto: Avanti

Bis zur 85. Minute sah es für den FV Ingersheim nach einem guten Saisonstart aus. Der Niederlage in Ludwigsburg und dem Unentschieden beim TSV Heimerdingen schien gegen den SV Schluchtern der erste Heimsieg zu folgen. Doch dann schlug Schluchterns Torjäger Kevin Haas zu und glich zum 1:1 aus. Am Ende hatten die Ingersheimer den einen Punkt ihrem kopfballstarken Abwehrmann Lars Bischoff zu verdanken, der in der 89. Minute in höchster Not den Ball vor dem einschussbereiten Haas aus der Gefahrenzone befördern konnte. „Das fühlt sich wie eine Niederlage an“, bekannte hinterher FVI-Trainer Michael Mieck nach den schon sicher geglaubten drei Punkten, die aber schon vor dem Ausgleich mehrfach in Gefahr geraten waren.

Dabei hatte es gut angefangen für die motivierten Gastgeber. Die präsentierten sich in der ersten halben Stunde spielfreudig und angriffslustig, hatten eine gute Raumaufteilung, eine aufmerksame Abwehr und betrieben ein wirkungsvolles Pressing. In der neunten Minute gelang Fabio Giunta zudem die Führung. Nach einem feinen Pass von Björn Rothkopf in die Gasse schoss der Stürmer den Ball an den Innenpfosten, von dort flog die Kugel ins Tor der Gäste.

Mit schnellem und direktem Spiel setzten die Ingersheimer dem Neuling zu und hatten vor allem über die Außenpositionen gute Szenen. Piero Stampete, der meist über links nach vorne kam, konnte einmal mehr seine Schnelligkeit nicht mit Effektivität in Einklang bringen und vertändelte in unschöner Regelmäßigkeit den Abschluss.

„Die ersten 25 Minuten waren das Beste, was ich bisher von meiner Mannschaft gesehen habe. Da hätten wir das 2:0 machen müssen. Aber schon danach waren die Gäste im letzten Drittel des Spielfeldes sehr gefährlich. Wir konnten da die Zuspiele nicht mehr unterbinden“, so Mieck.

In der 40. Minute schien tatsächlich der Ausgleich fällig, aber Dennis Grätz fegte den Ball nach einem Drehschuss von Haas gerade noch von der Torlinie. Mit der Einwechslung des 38-jährigen Faousi Lamiri zur zweiten Halbzeit gab Gästetrainer Peter Idziak seinem Team das Signal zur Offensive. Mit dem ständig rochierenden, technisch starken und schnellen Lamiri kamen die Ingersheimer nicht klar.

Eine Riesenchance hatten die Gastgeber trotz der Unzulänglichkeiten im Spielaufbau durch viele und schnelle Ballverluste. In der 65. Minute kam Suad Rahmanovic nach einem Zuspiel von Giunta einmal frei zum Schuss, jagte den Ball aber aus zehn Metern Entfernung über das Tor des Aufsteigers.

Für den hatte kurz zuvor Haas seine zweite dicke Möglichkeit versiebt, als er erneut den Ball aus der Drehung erwischte, aber das Tor knapp verfehlte. Die Ingersheimer Abwehr um Bischoff und den überall auftauchenden und zweikampfstarken Kapitän Alexander Wagner hielt den oftmals auch umständlich und ungenau vorgetragenen Angriffen der Gäste lange Stand. Nach einer Direktkombination über Glaser und Orhan Aydinli nahm Haas den Ball an der Strafraumgrenze volley und hämmerte ihn flach zum 1:1 ins lange Eck (85.).

„Darüber muss ich erst eine Nacht schlafen. Mir ist es ein Rätsel, was in der zweiten Halbzeit passiert ist. Wir haben vor dem Ausgleich genügend SOS-Rufe erhalten und darum gebettelt. Das zeigt, dass die Mannschaft vom Kopf her noch nicht da ist, wo wir sie haben wollen. Man muss aber sehen, wo wir herkommen. Wir waren immerhin in der Relegation“, so der Ingersheimer Trainer Mieck.
Redaktion: CLAUS PFITZER