FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Bezirksliga: Im Schlussspurt noch zu drei Punkten

Montag 8. September 2014

Artikel aus der BIETIGHEIMER ZEITUNG | Südwest Presse Online
CLAUS PFITZER | 08.09.2014

FVI_GermaniaNach einem 0:2-Rückstand gewann der FV Ingersheim in der Fußball-Bezirksliga noch mit 3:2 gegen den SV Germania Bietigheim.
Den Siegtreffer erzielte Angelo Coppola in der vierten Minute der Nachspielzeit. Das 2:2 in der 87. Minute war ein Geschenk der Gäste.

In den letzten Minuten ließ sich der Bezirksligist SV Germania Bietigheim den lange sicher geglaubten Sieg noch nehmen und verlor beim FV Ingersheim mit 2:3. Dabei führten die Gäste nach 21 Minuten mit 2:0 und hatten vor dem Ingersheimer Ausgleich in der 87. Minute zweimal die Riesenchance zum dritten Tor.

„Es war ein Spiel mit vielen Fehlern, aber auch mit Herz und Leidenschaft. Der Sieg geht in Ordnung“, freute sich der Ingersheimer Trainer Fritz Schweizer über die Einstellung und die Moral seiner Mannschaft, die sich im Schlussspurt noch die drei Punkte holte. Schweizer hatte im Verlauf der zweiten Halbzeit weitere Offensivkräfte eingewechselt und in der Abwehr aus der Vierer- eine Dreierkette gemacht. „Wir haben alles reingeworfen. Unsere Physis hat den Ausschlag gegeben. Germania war platt. Wenn allerdings Haiber das 3:1 für Bietigheim macht, ist es erledigt für uns“, so der FVI-Coach.

Für seine Mannschaft begann die Partie denkbar schlecht. In der ersten Minute verletzte sich Davide Cappella und musste an der Außenlinie behandelt werden. Als er gerade zurück war, starteten die Bietigheimer über die durch Cappellas vorübergehendes Fehlen unsortierte linke Ingersheimer Abwehrseite einen Angriff. Tobias Krüger kam bis zur Grundlinie durch, passte den Ball maßgerecht zurück auf Norman Röcker, der aus zwölf Metern zum 0:1 ins lange Eck traf.

Auf der Gegenseite verpassten Sebastian Kniller und Philipp Sturm vor dem Germanen-Tor knapp den Ball. Die Ingersheimer verlagerten das Spiel in die Bietigheimer Hälfte, kamen mit ihren Zuspielen und hohen Bällen gegen die kopfballstarken Innenverteidiger Erkan Olgun und Patrick Hirsch sowie den häufig einrückenden Marcel Boch aber nicht durch.

In der 21. Minute flog ein weit geschlagener Ball mal in den Ingersheimer Strafraum. Torhüter Dario Nieswandt wurde zuerst im Luftkampf von Röcker gerempelt und riss dann den Angreifer zu Boden. Schiedsrichter Ilir Gllogjani ahndete das zweite Vergehen mit Strafstoß. Den versenkte Alexander Haiber zur 2:0-Führung für die Gäste. Die hätte Röcker beinahe ausgebaut, aber sein Schuss strich knapp am langen Pfosten des Ingersheimer Gehäuses vorbei (26.).

Für die Germanen mit ihrer stabilen Deckung war es relativ einfach, die Angriffe der Gastgeber zu verteidigen. Allerdings kam offensiv von den Bietigheimern lange Zeit kaum noch etwas nach vorne. Zur zweiten Halbzeit wechselte FVI-Trainer Schweizer den in seinen Aktionen meist unberechenbaren Kleonikos Priftis ein und formierte das Mittelfeld teilweise um. Priftis war viel in Bewegung und bemüht, den Ball schnell in die Spitze zu befördern.

In der 47. Minute bot sich den Gastgebern die bis dahin größte Möglichkeit. Nach einem Eckball von Jose Macias köpfte Kordian Zieba den Ball haarscharf über die Latte. Nicht viel gefehlt zum Torerfolg hat auch bei einem Freistoß von Macias (50.).

Mit der Einwechslung von Stipe Rodin als zweiter Spitze zog sich Macias im Mittelfeld weiter zurück und inszenierte von dort die Angriffe. Als Standardspezialist war er weiter tätig. Und das erfolgreich. In der 65. Minute servierte er den Ball per Freistoß in den Germanen-Torraum, dort kam nach einigem Hin und Her Kniller an die Kugel und drückte sie über die Linie.

Die Bietigheimer befreiten sich etwas vom Druck des Gegners und kamen zu zwei Riesenchancen. Zuerst scheiterte Haiber an Torwart Nieswandt (77.), dann traf Alex Felger nur den Innenpfosten (82.).

Drei Minuten vor Spielende gelang den Ingersheimern unter großer Mithilfe von Germania-Schlussmann Marcel Mikosch der Ausgleich. Nach einem Freistoß von Stampete ließ Mikosch den eher harmlosen Kopfball von Philipp Sturm durch die Hände ins Netz gleiten. In der Nachspielzeit parierte Mikosch dann zweimal exzellent. Zuerst meisterte er einen strammen Kopfball von Rodin, dann wehrte er den Nachschuss von Sturm ab. Den folgenden Konter spielten die Germanen schlecht aus und liefen in einen Gegenstoß. Macias bereitete glänzend vor und passte den Ball überlegt auf Coppola, der aus zwölf Metern einschoss (90.+4). Es war die letzte Aktion einer in der Schlussphase turbulenten Partie.

„Wir waren der sichere Sieger bis zum 2:2. Da hält unser Torhüter das ganze Spiel über klasse und pariert auch noch vor dem 3:2 glänzend. So etwas wie beim Ausgleich passiert eben. Wir hatten uns mehr erhofft nach der 2:0-Führung. In der ersten Halbzeit hat die Einstellung gestimmt. Vielleicht ist es einfach eine Kopfsache“, meinte Germania-Teammanager Sascha Hodzic.

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