FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Bezirksliga Enz/Murr: SpVgg 07 Ludwigsburg II – FVI 4:2 (2:1)

Sonntag 29. März 2009

„Endlich verloren“ flüchtete sich Trainer Koch nach der Niederlage an seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Ironie. „Der Sieg geht in Ordnung. Wir waren  in der Anfangsphase nicht präsent und lagen logischerweise nach 20 Minuten mit 0:2 hinten. Wir haben zwar gut reagiert, viel Druck aufgebaut und auch ausgeglichen, sind dann aber durch einen Sonntagsschuss erneut in Rückstand geraten. Der letzte Gegentreffer fiel zwangsläufig. Die Niederlage tut uns nicht weh. Und wenn wir schon verlieren, dann doch am „liebsten“ bei 07 und nicht bei einem anderen Club!“ „Meine Mannschaft hat ein Riesenspiel gemacht. Wir wussten dass wir nur mit einer hundertprozentigen Einstellung im kämpferischen und läuferischen Bereich gegen die Ingersheimer eine Chance haben. Leider haben wir nach der schnellen 2:0 Führung durch einen Sonntagsschuss den Anschluss kassiert. Nach dem fragwürdigen Elfmeter zum 2:2 haben wir toll dagegen gehalten und das Spiel letztlich nicht unverdient gewonnen!“ bilanzierte 07 Trainer Roman Kasiar die 90 spannenden Minuten.
SpVgg 07 Ludwigsburg II: Schneider, Russo, Zajfert, Chirivi, Kara, Hirsch, Bozkurt, Aponte (ab 46 Min. Stampete), Wolf, Wahl (ab 72 Min. Kope), Botta (ab 88 Min. Özek).
FV Ingersheim: Bürkle, Eggert, Schunger, Sert, Wagner, Völlm, Aytug, Macias, Uckan (ab 55 Min. Tricarico), Schick, Seyhan (ab 85 Min. Belaj).
Schiedsrichter: Mario Schneider (TSV Dürrenbüchig)
Die Ludwigsburger, die ihr Team im Abstiegskampf mit einigen Spielern aus dem Verbandsligakader verstärkt hatten, begannen auf dem Kunstrasenplatz furios. Dabei tat sich vor allem Wolf hervor, der nicht nur alle Ecken und Freistösse trat sonder auch sonst mit klugen Pässen zu gefallen wusste. So als er Bozkurt mit einer herrlichen Flanke bediente, dessen Volleyschuss aber knapp drüber ging. Besser zielte in der 10 Minute der pfeilschnelle Wahl. Wieder war es Wolf, der mit einem einzigen Pass die gesamte Ingersheimer Abwehr aushebelte und Wahl war einen Schritt schneller am Ball als der herausstürzende Bürkle und spitzelte ihn ins Tor. Nur 5 Minuten später zirkelte Wolf eine Ecke genau auf den Kopf des aufgerückten Kara  der traf unhaltbar zum 2:0. Nach diesem deutlichen Rückstand kam der Tabellenführer besser in die Partie. Doch verschleppte man im Bemühen das Spiel zu beruhigen zu sehr das Tempo und gab der sehr konzentriert und aggressiv zu Werke gehenden Ludwigsburger Defensive immer wieder die Gelegenheit sich zu formieren. Fast aus dem Nichts fiel in der 25 Minute dann auch der Anschlusstreffer. Schick setzte sich gegen seinen Schatten Chirivi durch und hämmerte das Leder aus 25m Entfernung unhaltbar für Schneider in die Maschen. Nun erarbeitete sich die Fischerwörth Elf leichte Feldvorteile, leistete sich aber auch immer wieder kleinere Unkonzentriertheiten, die von den Gastgebern zu schnellen Gegenstößen genutzt wurden. In der 32 Minute drehte Schneider einen satten Flachschuss von Macias um den Pfosten, wenig später verfehlte der Ingersheimer Spielmacher mit einem Volleyschuss das Tor. 6 Minuten nach dem Wechsel leitete Bürkle, der insgesamt nicht seinen besten Tag erwischt hatte, mit seinem Fehlpass in die Füße von Wolf eine weitere Ludwigsburger Chance ein. Doch konnte er seinen Fauxpas nach Wolf’s Flanke wieder ausbügeln. Auf dem Posten war Bürkle auch beim Schuss von Russo, den er in der 59 Minute zur Ecke lenkte. Im Gegenzug wurde Schick nach Sert’s herrlichen Pass im Strafraum von Kara zu Boden gedrückt. „Eine schwache Leistung des Schiedsrichters“ nannte Trainer Kasiar den Elfmeterpfiff von Schiri Schneider nach der Partie. Schick ließ sich nicht irritieren, lief selbst an und traf zum 2:2. Allerdings war auch etwas Glück dabei, denn Schneider hatte die Finger noch am Ball. Nun war es ein offener Schlagabtausch. Dabei entwickelten die Gastgeber über ihre agilen Angreifer mehr Torgefahr. Wahl wurde in der 70 Minute im letzten Moment von Sert am Abschluss gehindert. 2 Minuten später kam Wolf im Zweikampf mit Bürkle zu Fall und zum Entsetzen des Ingersheimer Torspielers entschied Schiedsrichter Schneider erneut auf Strafstoß. Chirivi lief an, scheiterte aber an der guten Reaktion von Bürkle. 10 Minuten vor dem Ende segelte eine Ecke von Wolf vors Tor, die Ingersheimer Abwehr inklusive Bürkle brachte den Ball nicht weit genug aus der Gefahrenzone und Stampete zog aus 20 m einfach mal ab. Unhaltbar für Bürkle, dem die Sicht versperrt war, zischte der Ball zur erneuten Ludwigsburger Führung ins Netz. Die Gäste lösten zwar umgehend ihre Viererkette auf und warf alles nach vorne, doch damit eröffnete man den Gastgebern natürlich auf viel Raum zum Kontern. Einer davon brachte in der 89 Minute die Entscheidung. Stampete setzte sich gegen Völlm und Schunger durch, legte den Ball quer auf  den besser postierten Zajfert und der hatte keine Mühe zum 4:2 Endstand einzuschieben. Die Ingersheimer gaben sich zwar nicht auf doch konnten sie es nicht mehr verhindern, dass sie am 22. Spieltag erstmals ohne Punkte vom Platz gingen. Entsprechend lang waren die Gesichter der Ingersheimer Spieler. Anders die Gemütslage bei den Ludwigsburgern, die einen für sie ebenso wichtigen wie auch verdienten Erfolg feierten.