FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Bezirksliga: Derbysieg für den FV Ingersheim

Montag 11. Mai 2015

Artikel aus der BIETIGHEIMER ZEITUNG | Südwest Presse Online
CLAUS PFITZER | 11.05.2015
FV Ingersheim auf Platz eins

SWP_FOTO Helmut Pangerl_Macias - FVI HellasDer FV Ingersheim hat mit einem 2:0-Sieg gegen den SV Hellas 94 Bietigheim die Tabellenführung in der Fußball-Bezirksliga übernommen. Trotz der Turbulenzen im Verein zeigte die Mannschaft Charakter und lieferte vor allem in der ersten Halbzeit eine tolle Partie ab.
Zumindest bis zum Dienstag führt der FV Ingersheim die Tabelle der Bezirksliga an. Mit einem 2:0 stürzten die Ingersheimer den Spitzenreiter SV Hellas 94 Bietigheim, der sich nur eine Woche über seine Führungsrolle freuen durfte.

Da die Partie des TV Pflugfelden gegen den FV Kirchheim mangels eines Schiedsrichters ausfallen musste, steht der FVI auf Rang eins. Am Dienstag kann Pflugfelden mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Kirchheim vorbeiziehen. Der FV Ingersheim und der SV Hellas 94 Bietigheim stehen sich schon am Donnerstag um 17 Uhr erneut gegenüber. Dann allerdings im BezirksPokal-Finale in Asperg.

Erst kurz vor dem Spiel am Sonntag gegen den SV Hellas erfuhren die Ingersheimer Spieler zumindest Teile der Ausmaße, die der sofortige Rückzug von Manager Klaus Zürn (die BZ berichtete), der dem Vernehmen nach seine Zusagen für die laufende Saison komplett eingehalten und erfüllt hat, mit sich bringen. Dabei soll es sich um finanzielle Einbußen handeln. Hinzu kommt die ungewisse sportliche Zukunft der Spieler und des Trainers. Umso erstaunlicher, zu welcher Leistung die derart gebeutelte Mannschaft fähig war.

„Die Mannschaft zeigt unter schwierigen Bedingungen Charakter. Wir ziehen das in dieser Saison ordnungsgemäß durch. Da lassen wir uns nichts nachsagen“, meinte Ingersheims Trainer Fritz Schweizer zu den Widrigkeiten im Verein. „In der ersten Halbzeit hat die Mannschaft das Maximale gebracht, was sie leisten kann. Es war klar, dass einfache Fehler das Spitzenspiel entscheiden. Wir hatten eine defensive Achse mit der Viererkette und dem Sechser und Achter davor, die sehr wenig Fehler gemacht hat. Mit Nieswandt haben wir einen überragenden Torhüter. In der zweiten Halbzeit haben wir gespielt wie Juventus Turin. Wir waren auf Ballbesitz aus und haben die Uhr runterlaufen lassen“, meinte Schweizer zum Spiel.

Das begann mit Angriffsschwung der Gastgeber und einer Riesenchance der Bietigheimer. Nach einem Solo von Ermal Gashi blockte Ingersheims Abwehrspieler Patrick Nonnenmann den Hellas-Kapitän gerade noch vor dem Torschuss ab (5.). Fünf Minuten später war Nonnenmann vor dem gegnerischen Tor erfolgreich. Nach einer Ecke von Piero Stampete segelte der Ball durch den Gästestrafraum und landete am langen Pfosten auf dem Kopf von Nonnenmann: 1:0.

Der SV Hellas war nicht bereit für dieses Spitzenspiel und kam offenbar auch mit dem großen Rasenspielfeld nicht klar. Kaum, dass der bisherige Tabellenführer zu seinem Kombinationsspiel kam oder den schussgewaltigen Ivan Borna Jelic Balta in Position bringen konnte. Ingersheim griff den Gegner früh an, war zweikampfstark und spielte schnörkellos nach vorne. So wie in der 22. Minute. Fabio Giunta hatte auf der linken Seite viel Platz und flankte den Ball auf den im Strafraum freistehenden Kordian Zieba, der ebenfalls per Kopf erfolgreich war und das 2:0 für den klar überlegenen FVI erzielte.

Erst nach und nach kam Hellas etwas raus aus der eigenen Hälfte und hatte in der 45. Minute durch Josip Sesar die Chance zum Anschlusstreffer, aber Daniel Frank klärte auf der Torlinie. Kurz zuvor hatte Ingersheims Kleonikos Priftis das 3:0 auf dem Fuß, er scheiterte aber an Hellas-Schlussmann Athanasios Papakonstantinou. In der zweiten Halbzeit spielte es der FVI taktisch clever. Vor dem eigenen Strafraum machten die Gastgeber die Räume eng, gewannen Zweikämpfe und liefen ein paar Konter. So wie in der 64. Minute, als Stampete einen Kopfball nicht an Papakonstantino vorbei bekam. Die Gäste suchten ihr Kombinationsspiel und ihre Torgefährlichkeit, sie kamen aber nicht am Bollwerk des FVI vorbei.

„Wir haben nicht annähernd an unsere Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen können. Es hat der letzte Biss gefehlt. In der zweiten Halbzeit war es ein bisschen besser. Wir hatten die Chance zum 1:0 und helfen dann bei beiden Gegentoren. Der Eckball war ja lächerlich lange in der Luft unterwegs. Wenn man 0:2 hinten liegt wird es schwer. Aber wenn wir das 1:2 machen, läuft es vielleicht anders“, so Hellas-Trainer Gerd Kohler. „Es geht weiter, es sind noch vier Spiele. Wir versuchen, dranzubleiben.“

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