FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Abwehrmann Wagner rettet einen Punkt

Montag 10. Oktober 2011

In der Fußball-Landesliga trennen sich der FV Ingersheim und die TSG Backnang 2:2
Der FV Ingersheim erkämpfte sich gestern einen Punkt gegen die TSG Backnang. Alexander Wagner erzielte drei Minuten vor Schluss den 2:2-Ausgleich. In der Nachspielzeit hatte der FVI sogar noch die Chance auf den Siegtreffer.

Der Backnanger Roland Filipovic (rotes Trikot) behauptet den Ball vor dem Ingersheimer Piero Stampete. Die beiden Torschützen des FVI beobachten die Szene: links hinten Alexander Wagner, rechts Sebastian Rief.
Foto: Avanti

Nach zuletzt drei Niederlagen mit jeweils fünf Gegentoren holte sich der FV Ingersheim mit viel Kampf und Einsatz gegen die TSG Backnang wieder einen Punkt. Am Ende mussten die spielerisch überlegenen Gäste sogar noch froh sein, dass ihnen ihr Torhüter Lawrence Croft mit einer Glanzparade bei einer Riesenchance von Sebastian Rief noch einen Punkt sicherte.

Nach der 2:1-Führung in der 49. Minute versäumten es die Backnanger, das dritte Tor nachzulegen. Obwohl die Ingersheimer mehr und mehr in die Offensive gingen, konnte die TSG die Räume nicht zum entscheidenden Treffer nutzen. Die dickste Möglichkeit bot sich dem zur Pause eingewechselten Christian Mayer in der 60. Minute. Nach glänzender Vorarbeit von Soner Celen bekam Mayer den Ball maßgerecht serviert, stolperte ihn aber am leeren Tor vorbei.

„Wir waren 75 Minuten überlegen, aber es hat die letzte Konsequenz gefehlt, das dritte Tor machen zu wollen. Wir schaffen es nicht, 90 Minuten konstant durchzuspielen“, analysierte TSG-Trainer Alfonso Garcia die von seinem Team lange dominierte Partie. „Aufgrund der letzten 30 Minuten geht der Punkt in Ordnung. Aufgrund der Großchance zum Schluss hätten wir gewinnen müssen“, kommentierte der Ingersheimer Coach Timm Fahrion das Unentschieden. „In den letzten 30 Minuten, als die Basics gefragt waren, haben wir Laufbereitschaft und Einsatz zu 110 Prozent gebracht“, lobte Fahrion die Ingersheimer Mannschaft, die auch als solche aufgetreten war.

Bei der TSG Backnang bildeten die vielen individuell starken Einzelspieler, von denen etliche eine Vergangenheit in höheren Ligen haben, noch kein Kollektiv. Spielerisch bot die Garcia-Truppe schon in den Anfangsminuten eine gute Leistung. Da mussten Daniel Schick als Organisator mit gutem Auge und Stellungsspiel sowie Alexander Wagner als zweikampfstarker Zerstörer in der Ingersheimer Innenverteidigung Schwerstarbeit verrichten. Unterstützt wurden sie von den auf der Doppelsechs nominierten Christian Polziehn und Marco Völlm. Zu Chancen kam die TSG dennoch. Beim Schuss von Celen reagierte Torhüter Tobias Staiger gut, beim Kopfball von Marius Schaffhauser fehlte nicht viel zur Führung.

Die gelang den Gastgebern mit ihrer ersten Offensivaktion in der 24. Minute. Rief hatte über die linke Seite Oliver Koretz überlaufen, war nach innen gezogen und hatte den Ball mit links aus 16 Metern Entfernung an den Innenpfosten des Backnanger Tores gehämmert. Von dort sprang die Kugel ins Netz. Keine Minute später hätte Giuseppe Luisi bei seinen seine ehemaligen Mannschaftskameraden für größere Nöte sorgen können. Der lange Schlaks hob den Ball aber haarscharf am Pfosten vorbei ins Toraus.

Das Rezept, wie die Ingersheimer Abwehr zu knacken war, fand sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff nach schnellem Direktspiel der Backnanger Andreas Schwintjes. Er setzte mit einem genialen Zuspiel in den Strafraum Christian Kuhn in Szene, der den Ball mit links volley im langen Toreck versenkte.

Das Backnanger Rezept, schnell und direkt in die Spitze zu spielen, ging auch in der 49. Minute auf. Celen hatte den Ball technisch perfekt verarbeitet und ihn in den Lauf von Koretz gelegt. Der setzte sich energisch durch und traf ebenfalls ins lange Eck. Nachdem Mayer die Riesenchance zum 3:1 versiebt hatte, agierten die Backnanger allzu lethargisch, wollten den knappen Vorsprung nur noch verteidigen.

Die Ingersheimer warfen Kampfgeist und Einsatzwillen in die Waagschale, hinzu kam, dass Trainer Fahrion mit seinen Einwechslungen richtig lag. Mit dem Druck aufs gegnerischen kam der FVI zu Chancen. Gegen den Seitfallzieher von Pierre Fees verhinderte TSG-Schlussmann Croft noch den Ausgleich mit einer Glanzparade (87.), beim Kopfball von Wagner zum 2:2 nach einer Flanke von Rief war er dann machtlos. Rief hatte in der Nachspielzeit das Siegtor auf dem Fuß. Croft hatte den Ball nach einem tückischen Freistoß von Fees genau vor die Füße des auf der Torraumlinie frei stehenden Rief abgewehrt, und dann gegen seinen ehemaligen Freiberger Teamkollegen mit einer waghalsigen Parade gerettet.

„Wir sind heute nach 60 Minuten wieder so aufgetreten wie in den ersten Spielen der Saison. Da müssen wir wieder hinkommen. Da bin ich guter Dinge, dass wir das schaffen“, freute sich FVI-Coach Fahrion über die Leistung.
Redaktion: CLAUS PFITZER