FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

3:0-Niederlage im Derby

Samstag 29. September 2012

FV Löchgau – FV Ingersheim 3:0 (1:0)

Der FV Löchgau war gestern eine Nummer zu groß für den FV Ingersheim. Zweikampfstark und aus einer sicheren Abwehr heraus zog die Mannschaft von Trainer Evangelos Sbonias ihr blitzschnelles Umschaltspiel auf und erzielte drei herrlich herausgespielte Tore. Dass es nicht mehr wurden, lag in erster Linie am überragenden Ingersheimer Torhüter Tobias Staiger. Da den Gastgebern, die früh in Führung gegangen waren, erst in der 70. Minute das überfällige 2:0 gelang, blieb die temporeiche, intensiv geführte Partie lange spannend. Die Ingersheimer hatten sogar einen Tick mehr Ballbesitz und versuchten immer wieder, ihr Offensivspiel in Schwung zu bringen. Ungenaue Zuspiele in die Spitze und Ballverluste im Mittelfeld sorgten oft für die überfallartigen Angriffe der Löchgauer. Bei denen ragte Peter Wiens aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung heraus. Er bereitete zwei Treffer vor und erzielte den 3:0-Endstand selbst.

„Was die Jungs heute geboten haben, war großes Kino“, geriet der Löchgauer Trainer ins Schwärmen. „Wir hatten zwar auch eine Phase, in der wir etwas die Ordnung verloren haben, weil das zweite Tor trotz vieler Chancen nicht gelungen ist. Danach hat die Mannschaft es aber wieder hervorragend gemacht und auch in der Höhe absolut verdient gewonnen“, meinte Sbonias nach dem Galaauftritt seines Teams.

Auch der Ingersheimer Trainer Michael Mieck lobte die Vorstellung der Gastgeber, aber auch die seines Teams: „Es war ein hochklassiges Landesligaspiel mit einem Riesentempo. Der FV Löchgau hat eine überragende Truppe und ist ein heißer Titelkandidat, wenn er die Leistung konstant halten kann.“ Seiner Mannschaft wollte Mieck angesichts der Klasse des Gegners keine Vorwürfe machen. „Was mich ärgert, sind die Gegentore zwei und drei, die so nicht fallen dürfen. Ich gehe aber mit einem guten Gefühl nach Hause, weil ich von uns eine Mannschaft auf dem Feld gesehen habe, die Feuer hatte und wollte. Wir hatten mehr Ballbesitz, aber das Kurzpass- und Umschaltspiel der Löchgauer war wie erwartet stark. Und ihre Schnelligkeit ist in der Liga top“, so der Ingersheimer Coach.

Die Löchgauer erwischten einen Start nach Maß. Mit ihrem ersten strukturierten Angriff, den sie klasse angelegt und herausgespielt hatten, gingen sie in der siebten Minute in Führung. Alexander Götz hatte sich auf der rechten Seite durchgespielt, den Ball zu Peter Wiens weitergeleitet. Der bewies im Strafraum viel Übersicht und bediente den besser postierten Bashkim Susuri, der die weiße Kugel mit den grünen Streifen knallhart im Tor der Gäste unterbrachte.

Ihre Gefährlichkeit bei Standards stellten die Ingersheimer kurz darauf unter Beweis. Nach einem Freistoß von Emanuele Di Natale aus dem Mittelfeld heraus kam Fabio Giunta an der Strafraumgrenze mit dem Kopf an den Ball und beförderte ihn über Torhüter Salvatore Rivarolo, der noch die Finger dranbekam, hinweg an die Querlatte.

Auf der anderen Seite verfehlte Peter Wiens knapp das Tor und scheiterte an Schlussmann Staiger. Valentin Holoch, der zusammen mit Wiens in der Spitze spielte und sich in einigen Szenen gut mit seinem Nebenmann verstand, traf kurz vor dem Halbzeitpfiff nur den Pfosten.

In der Anfangsphase der zweiten Hälfte stand der Ingersheimer Keeper mehrfach im Blickpunkt. Staiger rettete per Fußabwehr gegen die alleine auf ihn zulaufenden Götz (49.) sowie Holoch (51.) und meisterte auch das Eins-gegen-eins-Duell mit Salvatore Langella, dem großen Antreiber im Löchgauer Spiel.

In der Schlussphase trafen die Löchgauer dann aber doch noch. Nach glänzender Vorarbeit von Peter Wiens erhöhte der kurz zuvor eingewechselte Baris Tökmel auf 2:0 (70.). Nachdem FVI-Kapitän Alexander Wagner nach einer Ecke mit seinem Kopfball an der glänzenden Reaktion von Rivarolo gescheitert war, ließen sich die Gäste nach einem erneuten Eckstoß auskontern. Diesmal legte Tökmel für Peter Wiens auf, der wenig Mühe hatte, den 3:0-Endstand zu erzielen. Der bringt dem FV Löchgau zumindest bis heute Abend Platz zwei.
CLAUS PFITZER