FV Ingersheim

Der Fußballverein im schönen Neckartal

Derby auf niedrigem Niveau

Montag 31. Oktober 2011

Die Fußballer der Spvgg 07 Ludwigsburg haben das Landesliga-Derby gegen den FV Ingersheim mit 3:0 gewonnen und sind auf den zweiten Tabellenplatz vorgerückt. Dagegen setzte sich die Negativserie der Fischerwörth-Elf fort.

Ingersheims Fabio Giunta (links) gegen den Ludwigsburger Alessandro Chirivi. Rechts beobachtet Piero Stampete das Duell. Foto: Avanti/Poller

Trotz seiner Saisontreffer drei und vier im erst dritten Landesliga-Spiel musste sich der 17-jährige Stürmer aus dem Senegal Kritik gefallen lassen. „Er darf keinen Elfmeter mehr schießen“, erklärte Koch im Rückblick auf die 33. Minute, als Niang den eigentlich vorgesehenen Schützen Aleksandar Adzic mit bittenden Gesten überredet hatte, ihn schießen zu lassen, worauf sich der Rechtsverteidiger schließlich trollte. Niang verlud Tobias Staiger und setzte den Strafstoß zum 1:0 ins Netz. Weniger souverän war sein zweiter Versuch, bei dem der Afrikaner mit einem Handelfmeter am FVI-Keeper scheiterte und erst im Nachschuss zum 3:0 traf (90.).

Niangs eigenwilliges Verhalten war aber das Einzige, was Koch am Samstag störte. Der Coach war mit dem soliden Auftritt seiner Elf zufrieden und bescheinigte ihr eine gute Leistung und viel Geduld gegen einen tief stehenden Gegner.

Enttäuscht war Timm Fahrion, dessen kriselndes Ensemble nun seit acht Partien auf einen Dreier wartet und nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat. „Bei uns fehlt die Frische im Kopf. Wir haben eine Blockade, die wir durchbrechen müssen“, meinte der Coach. Von einem drohenden Existenzkampf in der Landesliga wollte er aber (noch) nichts wissen: „Es ist zu früh, zu sagen: Wir spielen gegen den Abstieg. Wenn wir im Training weiter hart arbeiten, kommen die Ergebnisse wieder von ganz allein.“

Die Ingersheimer verbarrikadierten ihren Strafraum und setzten auf italienischen Catenaccio. Aus taktischen Erwägungen hatte Fahrion seinen Torjäger Giuseppe Luisi zunächst auf der Bank gelassen. Der Plan, vorne die schnellen Pierre Fees und Fabio Giunta bei überfallartigen Kontern in Szene zu setzen, misslang aber gründlich.

Gleichwohl tat sich auch Ludwigsburg mit dem Abwehrbollwerk des FVI schwer. Bis zum Strafraum kombinierten die Schwarz-Gelben ganz nett, doch zu guten Chancen kamen sie nicht. Niang, die einzige Spitze, spielte meist den Alleinunterhalter und verzettelte sich oft in Einzelaktionen. So bedurfte es schon zweier Elfmeter, um den 3:0-Sieg herauszuschießen.

Den Torbann brach Niang in der 33. Minute mit seinem Strafstoß zum 1:0. Zuvor war der zurückgeeilte Sebastian Rief auf dem Boden aus- und in den Ludwigsburger Steffen Leibold hineingerutscht, so dass Schiedsrichter Marcel Beck keine andere Wahl blieb, als Elfmeter zu pfeifen. Nicht herausgespielt war auch das 2:0, bei dem die Nullsiebener Nutznießer eines Ingersheimer Abwehrfehlers waren: Jerry Kleiss klärte im eigenen Strafraum nicht richtig, sondern legte Domenico Russo unfreiwillig den Ball vor, und der Ludwigsburger „Sechser“ mit der Nummer sieben traf aus 17 Metern ins lange Eck (56.). Kurz vorher war Niang im Eins-gegen-eins-Duell an Staiger hängen geblieben – der stärkste FVI-Spieler hatte geschickt den Winkel verkürzt.

Nach dem zweiten Gegentor hatte Fahrion versucht, mit einem Dreifachwechsel und der Umstellung auf drei Spitzen neue Impulse zu geben. Doch viel besser wurde das Spiel seiner Mannschaft nicht. So entlud sich die Enttäuschung der Gäste in Frustfouls. Alexander Wagner hatte zum Beispiel Glück, dass er nach einer überharten Attacke an Niang in der Nähe des Mittelkreises nur Gelb und nicht Rot sah. Die beste Ingersheimer Chance datierte aus der 85. Minute, als der sonst wenig geforderte Robert Belosevic einen Kopfball von Christian Polziehn parierte. Den Schlusspunkt setzte Niang kurz vor dem Abpfiff: Der Senegalese traf im Nachschuss, nachdem er mit einem von Wagner verursachten Handelfmeter zunächst an Staiger gescheitert war.

„Ludwigsburg war nicht so überlegen, wie es das Ergebnis aussagt. Wir haben uns unter Wert verkauft“, bilanzierte Fahrion, auf den vor allem 07-Youngster Niang Eindruck gemacht hatte: „Er ist ein super Spieler, der nicht lange bei Ludwigsburg und in dieser Liga bleiben wird.“ Am Dienstag (14.30 Uhr) trifft seine Elf zu Hause mit der SKV Rutesheim erneut auf einen Aufstiegsanwärter. Derweil ist 07 Ludwigsburg zeitgleich im Verfolgerduell bei der TSG Öhringen gefordert.